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EAM 06/2024 - Dezember/Januar
In Kürze startet der neue Hyundai Kona Elektro in Europa. Wir konnten bereits eine erste Runde mit dem deutlich gewachsenen Kompakt-SUV drehen.
Schon die erste Generation war ein großer Wurf. Aber wie alle nachträglich umgebauten Verbrenner war auch der elektrifizierte Hyundai Kona noch mit ein paar Kompromissen behaftet, als er vor ziemlich genau fünf Jahren an den Start ging. Doch wenn die Koreaner jetzt in mehreren Wellen die zweite Generation ihres kompakten Geländegängers aus dem Europawerk im tschechischen Nošovice vom Band laufen lassen, beweisen sie buchstäblich neue Größe – und zwar im Leben wie an der Ladesäule.
Schließlich ist der Konkurrent von Smart #1 oder Opel Mokka Electric in jeder Dimension gewachsen, streckt sich jetzt auf 4,35 Meter und bietet mit 466 Litern nun einen der größten Kofferräume im Segment. Dazu beweist der Kona als Elektroauto eine Kompromisslosigkeit und eine Reife, die den allermeisten Modellen mit gemischtem Antriebsportfolio noch fehlt.
Kein Wunder: „Wir haben den Wagen ja diesmal auch zu allererst als Elektroauto entwickelt“, sagt Konzern-Chef Jaehoon Chang und erklärt damit das Ende vieler Kompromisse für den Kona. Anders als die reinen Ioniq-Modelle hat der Kona nur eine Architektur mit 400 statt 800 Volt Betriebsspannung und lädt entsprechend langsamer, so dass von 10 bis 80 Prozent stolze 41 Minuten vergehen. Doch im Gegensatz zu fast allen Misch-Masch-Modellen beherrscht der Kona auch das bidirektionale Laden – zu mindestens im Inselbetrieb (Vehicle-to-Load, V2L). So speist er zum Beispiel die Kühlbox beim Sonntagsausflug oder den Akku des E-Bikes vor der Bergtour.
Und bevor einer über die lange Zwangspause an der Ladesäule schimpft, sollte er erst einmal die Ruhefunktion der Vordersitze ausprobieren, die sich auf Knopfdruck in Loungeliegen verwandeln. Dann kann nämlich der Strom plötzlich gar nicht langsam genug fließen.
Zumal die Akkus vergleichsweise groß sind und der Verbrauch eher klein ist, so dass es ohnehin nur selten zum Zwangsstopp kommen dürfte. Schon die mit 115 kW hinreichend stark motorisierte und entsprechend flotte Basisversion des E-Modells hat einen Akku von künftig 48,4 kWh und kommt damit 360 Kilometer weit. Und im Topmodell gibt’s neben einem 160-kW-Motor an der Vorderachse auch einen Akku mit 65,4 kWh und um die 500 Kilometer Reichweite. Da muss sogar der Ioniq 5 dann schon so langsam nach einer Steckdose suchen.
Wie ernst die Koreaner die Elektrovariante nehmen, merkt man auch am Design, dass aalglatt und windschnittig ist und mit dem Pixel-Dekor unter dem Stoßfänger genauso an die Ioniq-Modelle erinnert, wie mit den durchgehenden LED-Leisten auf der Fronthaube und an der Heckklappe. Und vor allem merkt man es beim Fahren.
Klar: Von der üppigen Auswahl an Assistenzsystemen bis hin zur Kamera gegen den toten Winkel, vom smarten Schlüssel oder dem vollwertigen Head-Up-Display profitieren E-Fahrer genauso wie Verbrenner-Kunden – und bei den Online-Updates ist das nicht anders. Und auch, dass E-Versionen flüsterleise sind und dafür umso flotter, das überrascht heute keinen mehr.
Doch vier Stufen für die Rekuperation zum Beispiel findet man noch längst nicht bei allen Akku-Autos. Und zumindest bei den Mischplattformen gibt es bis dato auch nur selten so eine smarte Navigation wie bei Hyundai, wo die Routenplanung mit strategischen Ladestopps gespickt ist und es deshalb zur Wegführung auch eine belastbare Prognose zu Reisezeit und Ankunft gibt.
Und ja, es gibt natürlich auch einen künstlichen Motorsound, den so mancher Kunde angeblich so gerne hat. Aber dankenswerter Weise braucht es nur drei Fingertipps in dem verdächtig vom Ioniq 5 bekannten Cockpit, und schon herrscht wieder eine entspannte Ruhe beim Reisen.
Zwar ist der Kona damit in der zweiten Generation vollständig zu einem Elektroauto gereift, das nur noch nebenbei auch mit Benzintank statt Batterie ausgeliefert wird, doch ein Problem haben auch die Koreaner noch nicht gelöst: den Preis. Denn die günstigste E-Version steht wohl erst ab mindestens 42.500 Euro in der Liste.
Fotos: Hyundai
Inzwischen hat Hyundai für Deutschland die finalen Preise für den Kona Elektro bekanntgegeben: Das Basismodell mit 48,4-kWh-Batterie ist in Deutschland ab 41.900 Euro zu haben. Die Version mit der größeren 65,4 kWh kostet in Verbindung mit dem obligatorischen Trend-Paket mindestens 47.190 Euro. Von diesen Preisen kann jeweils noch der Umweltbonus abgezogen werden.
Mit der Bekanntgabe der Preise stehen nun auch die offiziellen technischen Daten fest. Die Übersicht wurde entsprechend aktualisiert.
Technische Daten | Hyundai Kona Elektro | |
---|---|---|
Version: | Long Range | Standard Range |
Fahrzeugbeschreibung: | Kompakt-SUV | ← |
Sitze/Türen: | 5/5 | ← |
ANTRIEB | ||
Leistung: | 160 kW | 115 kW |
Drehmoment: | 255 Nm | 255 Nm |
BATTERIE & LADESTANDARD | ||
Energieinhalt (brutto/netto): | 65,4 kWh/— | 48,4 kWh/— |
Ladestandard AC: | Typ 2 11 kW 3p | ← |
Ladestandard DC: | CCS 102 kW | CCS 74 kW |
Ladezeit AC: | 6 h 25 min (0–100 %) | 4 h 55 min (0–100 %) |
Ladezeit DC: | 41 min (10–80 %) | ← |
max. Entladeleistung: | 3,1 kW | ← |
REICHWEITE & VERBRAUCH | ||
Verbrauch (WLTP): | 16,6–14,7 kWh/100 km | 14,6 kWh/100 km |
Reichweite (WLTP): | 514–454 km | 377 km |
Reichweite (EPA): | 419 km | 317 km |
FAHRLEISTUNGEN | ||
Höchstgeschwindigkeit: | 172 km/h | 162 km/h |
Beschleunigung (0–100 km/h): | 7,8–8,1 s | 8,8 s |
ABMESSUNGEN & GEWICHT | ||
Länge x Breite (exkl. Spiegel) x Höhe: | 4,355 m x 1,825 m x 1,580 m | ← |
Radstand: | 2,660 m | ← |
Gepäckraum: | 466–1.300 l | ← |
Frunk: | 27 l | ← |
cW-Wert: | 0,27 | ← |
Leergewicht: | 1.773–1.870 kg | 1.690–1.765 kg |
Anhängelast (g/u): | 750 kg/300 kg | 300 kg/300 kg |
Stützlast/Dachlast: | 100 kg/100 kg | 100 kg/100 kg |
PREIS | ||
Verfügbarkeit: | DE: bestellbar, Marktstart 10/2023 | ← |
Deutschland: | ab 47.190 € | ab 41.990 € |
Österreich: | ab ca. 48.000 €* | ab ca. 44.000 €* |
*geschätzt von Elektroautomobil |
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