Vorstellung: Lotus Emeya

12.09.2023 von Reinhold Hennig

Lotus für die große Reise

Mit dem Emeya stellt Lotus dem SUV Eletre einen Gran Tourismo an die Seite. Lotus verspricht etwa gleiche Fahrleistungen und eine ähnlich hohe Reichweite, allerdings ist der Emeya als GT schon etwas näher an den Lotus-Genen positioniert. Im nächsten Jahr soll die Produktion anlaufen.

Nach dem Hyper-SUV Eletre (Vorstellung | Fahrbericht), stellt uns Lotus den Hyper-GT Emeya vor. Jetzt ein Gran Tourismo, also ein komfortabler, reichlich motorisierter, reisetauglicher Sportwagen. Den Termin haben die Engländer gut gewählt. Die Vorstellung fand während der Münchner IAA Mobility statt – allerdings in New York City in einem Parkhaus in Manhattan!

Die strömungsgünstige Coupé-Karosserie des Emeya wird durch einige aktive aerodynamische Merkmale optimiert. Ein Kühlergrill (wie beim Eletre) und die Frontlippe sorgen für optimalen Strömungsverlauf. Geschlossen reduziert der Grill den Luftwiderstand, nur zum Kühlen von Bremssystem und Batterien wird er bei Bedarf geöffnet.

Am Heck tragen ein vom Motorsport inspirierter Heckdiffusor zu einem sportlich-stabilen Fahrverhalten bei. Der zweilagige, aktive Heckspoiler ist fast 30 Zentimeter breit (nochmal 10 Zentimeter mehr als beim Eletre) und drückt den Emeya mit netto 215 Kilogramm auf den Asphalt, was zu einem sehr stabilen Fahrverhalten, besonders bei hohen Geschwindigkeiten beitragen soll.

Optimale Lastverteilung

Ein großer Vorteil des Elektroantriebes ist, dass sich durch die schwere Antriebsbatterie im Boden automatisch ein niedriger Schwerpunkt ergibt. Durch intelligente Anordnung der Akkus wird zudem eine optimale Lastverteilung von 50:50 erreicht. Alles Attribute, die erwarten lassen, dass Fahrverhalten und Straßenlage des GT einem Lotus würdig sein werden. Obendrein spendieren die Briten dem Emeya noch eine elektronisch gesteuerte Luftfederung, welche 1.000 mal pro Sekunde die Dämpfung anpasst. Optimale Voraussetzungen also für die „große Reise“.

Auch die Fahrleistungen des neuen GTs liegen auf Sportwagen-Niveau. Im Spitzenmodell Emeya R bekommt jede Achse eine E-Maschine – vorne mit einem, hinten mit zwei Gängen angekoppelt. Bis zu 675 Kilowatt mit einem maximalen Drehmoment von 985 Newtonmetern werden die Räder antreiben. Vom Stand bis zur 100 km/h-Marke soll der Emeya nur 2,78 Sekunden brauchen. Bei 256 km/h findet der Vortrieb ein Ende. Für den Überholspurt von 80 auf 120 km/h vergehen nicht mal zwei Sekunden. Das sind natürlich derzeit noch Zieldaten, aber die Werte gleichen sehr stark denen des Eletre, so dass die Ingenieure von Lotus das schon hinbekommen werden.

Nonstop von Amsterdam nach Paris

Die nötige Energie speichert ein Fahrakku mit 102 Kilowattstunden Kapazität. Nachladen wird genau so rasant, wie das Fahren gehen. 800 Volt Spannungslage und 350 Kilowatt Ladeleistung werden für kurze Ladestopps sorgen. Innerhalb von fünf Minuten lassen sich 150 Kilometer Reichweite nachladen. Für 80 Prozent Ladestand vergehen nur 18 Minuten. Da geht wohl nur ein Espresso während der Ladepause, was aber nicht so oft nötig sein wird. Die Reichweite des Emeya wird in etwa der des Eletre mit bis zu 600 Kilometern, entsprechen. Nonstop von Amsterdam nach Paris soll in jedem Fall machbar sein.

Das Cockpit des neuen Emeya wird sehr fahrerorientiert sein. Viel mehr Informationen gibt es derzeit nicht von Lotus. Die Bilder zeigen, dass das Armaturenbrett sehr stark dem des Eletre ähnelt. Deshalb erwarten wir ein schmales Display hinter dem Lenkrad und einen zentralen OLED-Monitor mit 38,3 Zentimeter Diagonale. Zusätzlich wird wohl ein 55-Zoll-Augmented-Reality-Head-up-Display (HUD) wichtige Informationen, wie Navigation und Warnhinweise auf die Frontscheibe projizieren.

Dolby Atmos 3D-Soundsystem

Weil ein GT ja auch ein Reisewagen ist, hat Lotus zusammen mit KEF ein Dolby Atmos 3D-Soundsystem entwickelt, wie es auch schon im SUV zu hören ist. Eine Fahrgeräuschunterdrückung (RNC) hält zudem Außengeräusche weitgehendst fern. Nachhaltige Materialien im Innenraum sind ja heute schon Standard. Der Emeya nutzt deshalb unter anderem ein Luxusgarn aus recycelten Fasern aus der Modebranche. Standardausstattung sind fünf Sitzplätze. Das richtige Kreuzchen auf der Bestellung gemacht, gibt es aber auch zwei Einzelsitze in der hinteren Reihe.

Im vierten Quartal dieses Jahres will Lotus mehr Informationen zum Emeya herausgeben. Die Produktion soll dann im Jahr 2024 anlaufen, so dass voraussichtlich in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres erste Emeya auf die Straße kommen werden. Gebaut wird er – wie der Eletre – im chinesischen Wuhan, ein Geely-Werk in dem ausschließlich Lotus Produkte hergestellt werden. Die Preise beginnen bei 106.400 Euro.

Fotos: Lotus
Quelle(n): Pressemitteilung von Lotus vom 07.09.2023, Pressemitteilung von Lotus vom 07.03.2024

Update Preis und technische Daten – 07.03.2024

Die technischen Daten und der Preis wurden aktualisiert. Der Lotus Emeya ist ab sofort bestellbar.

Technische Daten Lotus Emeya (S) Lotus Emeya R
Fahrzeugklasse: Oberklasse-Sportlimousine
Sitze/Türen: 4–5/4
ANTRIEB
Antriebsart: Allradantrieb
Bauart: permanenterregte Synchronmaschine an VA und HA
Getriebe vorn/hinten: Eingang/Eingang Eingang/Zweigang
Leistung: 450 kW 675 kW
Drehmoment: 710 Nm 985 Nm
BATTERIE & LADESTANDARD
Energieinhalt: 102 kWh
Ladestandard DC: CCS 350 kW
Ladezeit DC 350-kW-Ladestation: 18 min (10–80 %)
FAHRLEISTUNGEN
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h 256 km/h
Beschleunigung (0–100 km/h): 4,15 s 2,78 s
Beschleunigung (80–120 km/h): N/A < 2,0 s
Reichweite WLTP: 500–610 km 435–485 km
ABMESSUNGEN & GEWICHT
cW-Wert: 0,21
PREIS
Verfügbarkeit: bestellbar, Auslieferungen ab Q3/24
Deutschland: ab 106.400 € (Emeya S ab 126.950 €) ab 150.990 €
Österreich: ab 107.300 € (Emeya S ab 128.100 €) ab 152.300

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