Vorstellung: Kia Concept EV9

25.04.2022 von Marcus Zacher

American Lifestyle – Korean Art

Auf den EV6 folgt der EV9: Das große SUV wird das zweite Modell auf Kias 800-Volt-Plattform. Im Serienmodell werden wir zwar erst 2023 Platz nehmen können, doch vermittelt das Concept EV9 schon heute einen konkreten Eindruck des kommenden Stromers.

Der erste Eindruck sagt oft viel über ein Fahrzeugstyling aus. Und der lautet beim Concept EV9: „Wow, ist der riesig!“. Und ja, das ist das große SUV tatsächlich. Mit einer Länge von 4,93 Metern überragt die Studie den Audi e-tron nur um ein paar Zentimeter, doch vor allem die Breite (über zwei Meter), die Höhe (fast 1,80 Meter) und die gewaltigen Räder (22 Zoll) unterstreichen die wuchtige Erscheinung.

Ein Kia aus und für Amerika

Es überrascht daher nicht, dass das Concept EV9 (respektive das spätere Serienmodell) im amerikanischen Designstudio von Kia entworfen wurde. Fahrzeuggröße und Optik lassen bereits erahnen, dass hier auch die größten Chancen für das Elektro-SUV gesehen werden. In den USA fällt ein Fahrzeug in diesem Format nicht weiter auf, doch in Europa wird man spätestens bei der Parkplatzsuche an die Ausmaße des Kias erinnert.

Doch blicken wir zunächst auf das Concept EV9, welches bereits klare Hinweise auf die Serienversion geben soll. Ob das auch für die geometrischen Formen gilt, die die Designer geschickt ins Blechkleid modelliert haben? So findet sich das Dreieck als stilbildendes Element in den Felgen, dem Übergang zu den Türen oder in der B-Säule wieder. Die kantigen Radhäuser stehen im Kontrast zu den gewölbten Türflächen; scharf geschnittene Front- und Heckleuchten folgen dem Wechselspiel aus Ecken und Rundungen. „Opposites United“ – also „Gegensätze vereint“ nennt Kia diese Designphilosophie.

Kommt der EV9 als Achtsitzer?

Typisches Studien-Ornat sind die gegensätzlich öffnenden Türen, was im Kia Concept EV9 elektrisch per Knopfdruck geschieht. Das Serienfahrzeug wird sicherlich über „normale“ Türen und allein aus Gründen der Crashsicherheit über eine B-Säule verfügen. Im Lounge-artigen Innenraum mit seinen weichen Teppichen aus recycelten Fischernetzen findet man weitere Hinweise auf das Serienmodell. So wird Kia, zumindest gegen Aufpreis, bis zu drei Sitzreihen im Inneren installieren. Die vordere Reihe könnte sogar als Dreierbank ausgeformt sein, wie sie früher bei US-Modellen häufiger zu finden war. So hätte der EV9 sogar das Potential zum Achtsitzer (3+3+2) und könnte so manche „Soccer Mom“ vom Van in den E-SUV locken.

Wie genau das Interieur nun aussehen wird, bleibt abzuwarten. Doch einen ebenen Fahrzeugboden, viel Platz für die Passagiere, einen großen Kofferraum und das breite, fast schwebende 27-Zoll-Doppeldisplay im Cockpit werden wir in ähnlicher Form in der Serie wiederfinden.

Weitere technische Highlights sind die Kamera-Außenspiegel, die durchaus eine Chance auf den Serieneinsatz haben sollen, sowie die Over-the-Air-Updatefähigkeit (OTA) inklusive „Functions-on-Demand“ (FOD). Erstmals in einem Kia sollen bestimmte Funktionen per Update freigeschaltet werden können.

Auch das autonome Fahren auf Level 3 soll bis zum Marktstart möglich sein, bei Kia „AutoMode“ genannt. Bestimmte Fahrsituationen können dann vollständig vom Fahrzeug durchgeführt werden, ohne dass der Fahrer diese noch überwachen muss – die Verantwortung liegt in diesem Fall beim Fahrzeug bzw. dem Hersteller.

E-Technik ohne Kompromisse

Da sich der EV9 des Technikbaukastens der E-GMP-Plattform bedient (siehe auch EAM-Ausgabe 01/2022), wird auch dieser auf die 800-Volt-Technik zurückgreifen. Damit wären – eine ausreichend leistungsstarke Ladestation vorausgesetzt – Ladezeiten von 10 auf 80 Prozent in unter 20 Minuten möglich, wie wir es bereits aus den aktuellen Modellen auf dieser Plattform kennen, wie beispielsweise dem Kia EV6.

Die Reichweite nach WLTP-Norm soll bei 540 Kilometern liegen. Damit überbietet der EV9 auf dem Papier sogar den reichweitenstärksten EV6. Da das große SUV allerdings nicht auf den gleichen Verbrauch kommen wird, kann – zumindest im Topmodell – von einem größeren Akku ausgegangen werden. Wir erwarten zehn anstatt der acht Zellmodule, die im 77,4-kWh-Akku des Kia EV6 verbaut werden. Das ergibt eine geschätzte Kapazität von rund 97 kWh. Die Spitzenladeleistung könnte dann bei rund 300 Kilowatt liegen.

An Leistung wird es den EV9 auch antriebsseitig nicht mangeln. Von 0 auf 100 km/h soll das E-SUV in fünf Sekunden beschleunigen können, ein Allradantrieb darf als gesetzt angesehen werden. Günstigere Modelle könnten jedoch auch nur mit dem effizienteren Hinterradantrieb und einer kleineren Batterie ausgeliefert werden.

Markstart im zweiten Halbjahr 2023

Zwar konnte Kia noch keine konkreten Angaben zum möglichen Produktionsstandort des EV9 machen (bislang laufen alle Elektroautos in Korea vom Band), doch gilt es als sehr wahrscheinlich, dass der EV9 in den USA produziert und vor dort in die weiteren Märkte exportiert wird. Bis es soweit ist, bleibt noch etwas Zeit, den EV9 auf Serientauglichkeit zu trimmen. Erst im zweiten Halbjahr 2023 soll die Serienversion auf den Markt kommen. Dann werden wir sehen, ob der zweite Eindruck dem ersten folgt.

Fotos: Kia

Technische Daten
Fahrzeugbezeichnung: Kia Concept EV9
Plattform: E-GMP
Bordnetz-Spannungsklasse: 800 Volt
Beschleunigung 0-100 km/h: ca. 5 s
Batterie: ca. 97 kWh (geschätzt)
Reichweite (WLTP): ca. 540 km
Reichweite (EPA): ca. 480 km
Ladestandard DC: CCS 300 kW (geschätzt)
Ladezeit DC 10-80 %: 20-30 min
Laderate: 6 min für 100 km
Länge x Breite x Höhe: 4,93 m x 2,06 m x 1,79 m
Radstand: 3,10 m
Markstart: 2. Jahreshälfte 2023

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