Dodge Charger wird elektrisch

22.03.2024 von Robin Engelhardt

Nomen est Omen

Die Elektrifizierung macht auch vor Muscle Cars nicht Halt, weswegen der US-Autobauer Dodge eine bis zu 500 kW starke Elektroversion des Charger, den Daytona, vorgestellt hat. Dieser wurde auf der Stellantis-Plattform STLA Large vollständig neu entwickelt.

Dem neuen Muscle Car fällt dabei im doppelten Sinne eine Doppelrolle zu: Der Charger ist einerseits das erste Elektroauto der Marke und soll Dodge zum Anschluss in die Neuzeit verhelfen. Anderseits soll die Stammkundschaft der Petrolheads nicht verschreckt werden, weshalb es ihn auch weiterhin mit Verbrennungsmotoren geben wird. Der Zusatz „Daytona“ markiert dabei die E-Modelle, „Sixpack“ steht für die Verbrennungsmotoren.

Da es den Charger bei identischem Radstand (3,07 Meter!) sowohl als Coupé als auch als Limousine geben wird, ersetzt er damit gleichzeitig den Challenger. Der Challenger war bislang das Coupé, der Charger die Limousine im Muscle-Car-Angebot der Marke.

Leistung en masse – außer beim Laden

Dem Prinzip des Muscle Cars, einfach so viel Leistung wie irgendwie möglich in ein Auto zu pressen, folgt der Charger auch als E-Variante: Das Akkupack fasst 100 kWh (davon 93,9 kWh nutzbar) und gibt in der Variante „Scat Pack“ bis zu 500 kW an die vier Räder ab, um den Wagen in 3,3 Sekunden auf 96 km/h (60 Meilen pro Stunde) zu katapultieren. Mit 4,7 Sekunden dauert der Sprint in der Basisversion R/T etwas länger, doch 370 kW leistet selbst das Grundmodell.

Die Spitzenladeleistung gibt Dodge mit eher mittelmäßigen 183 kW an, weshalb auch die Ladezeit von 5 auf 80 Prozent mit etwa 33 Minuten nur im Mittelfeld liegt. Daraus resultiert eine durchschnittliche Ladeleistung von 130 kW – das könnte gerade für eingefleischte Petrolheads den Spaß am Umstieg auf einen elektrischen Sportwagen etwas trüben. Zum Vergleich: andere „Leistungsmonster“ wie der Porsche Taycan oder der Hyundai Ioniq 5 N erreichen mittlerweile Ladezeiten von rund zwanzig Minuten für die 80-Prozent-Ladung, haben allerdings auch 800-Volt-Technik an Bord. Hier kann der Charger trotz seines passenden Namens nicht mithalten.

Fokus auf die Viertelmeile

Ein Goodie für Benzin-Fans dürfte der Soundgenerator sein, der dem elektrischen Charger die Geräuschkulisse des Verbrenner-Bruders erhalten soll. Mit einem Track-Rekorder können zudem eigene fahrerische Bestleistungen aufgezeichnet werden, z. B., wenn die für Muscle Cars so wichtige Viertelmeile in bestenfalls 11,5 Sekunden zurückgelegt wird. Mit Donut-Modus, Drift-Modus und Line Lock (Blockieren der Vorderräder, damit die Hinterräder durchdrehen) sind alle für ein typisches Muscle Car wichtigen Features an Bord.

Den Allradantrieb realisiert Dodge, wie branchenüblich, über je einen Motor an Vorder- und Hinterachse. Bei 5,25 Meter Außenlänge und über zwei Meter Breite (ohne Außenspiegel) ist der Charger sowieso nicht für enge Landstraßen und verwinkelte Rundkurse gedacht.

Interieur auf Höhe der Zeit

Auch wenn Muscle Cars per se eine Hommage an längst vergangene Zeiten sind, soll der Innenraum voll vernetzt und modern sein. Mit Head-up-Display, Android Auto bzw. Apple CarPlay und der Integration von Amazon Alexa ist die Konnektivität auf Höhe der Zeit. Auch ein EV-Routenplaner darf natürlich nicht fehlen. Mit bunter Innenraumbeleuchtung und optional roter Lederausstattung ist der Charger innen so verspielt, wie ein Muscle Car eben sein muss.

Produktionsstart noch dieses Jahr

Das Coupé soll ab Mitte dieses Jahres im kanadischen Werk Windsor vom Band laufen, der Viertürer folgt dann Anfang 2025. Bestellbar sind beide Fahrzeuge noch nicht, auch für die Kundenauslieferungen gibt es noch keinen genauen Termin. Preise nennt Dodge bislang ebenfalls keine, ebenso steht noch nicht fest, ob und wann der Charger nach Europa kommt.C

Fotos: Dodge
Quellen: Pressemitteilung von Dodge vom 04.03.2024

Technische Daten Dodge Charger Daytona Dodge Charger Daytona
Version: R/T Scat Pack
Fahrzeugklasse: Oberklasse-Coupé Oberklasse-Coupé
Sitze/Türen: 5/2 5/2
Plattform: STLA Large STLA Large
ANTRIEB
Antriebsart: Allradantrieb Allradantrieb
Bauart: je eine PSM an VA und HA je eine PSM an VA und HA
Leistung: 370 kW 500 kW
Drehmoment: 548 Nm 850 Nm
BATTERIE & LADESTANDARD
Energieinhalt (brutto/netto): 100,5 kWh/93,9 kWh 100,5 kWh/93,9 kWh
Spannungsklasse: 400 V 400 V
Wärmemanagement: Flüssigkeitskühlung Flüssigkeitskühlung
Ladestandard AC: Typ 1 11 kW 1p Typ 1 11 kW 1p
Ladestandard DC: CCS 183 kW CCS 183 kW
Ladezeit AC 11-kW-Ladestation: 6 h 29 min (5–80 %) 6 h 29 min (5–80 %)
Ladezeit DC 175-kW-Ladestation: ca. 52 min (5–80 %) ca. 52 min (5–80 %)
Ladezeit DC 350-kW-Ladestation: ca. 33 min (5–80 %) ca. 33 min (5–80 %)
FAHRLEISTUNGEN
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h 216 km/h
Beschleunigung (0–96 km/h): 4,7 s 3,3 s
1/4-Meile: 13,1 s 11,5 s
REICHWEITE & VERBRAUCH
Verbrauch (EPA): N/A N/A
Reichweite (EPA): 510 km 418 km
ABMESSUNGEN & GEWICHT
Länge x Breite (exkl. Spiegel) x Höhe: 5,248 m x 2,028 m x 1,497 m 5,248 m x 2,028 m x 1,499 m
Breite (inkl. Spiegel): N/A N/A
Radstand: 3,074 m 3,074 m
Gepäckraum: 644–1.059 l 644–1.059 l
Frunk:
Leergewicht: 2.648 kg 2.648 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst:
cW-Wert: N/A N/A
Luftwiderstandsfläche (cW x A): N/A N/A
PREIS & VERFÜGBARKEIT
Verfügbarkeit: Produktionsstart Sommer 2024 Produktionsstart Sommer 2024
Deutschland: N/A N/A
Österreich: N/A N/A

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