Elektroauto-Zufriedenheitsstudie 2023

01.08.2023 von Vanessa Lisa Oelmann

Elektroautos verbessern sich, aber Kundenzufriedenheit sinkt trotzdem

Das Stuttgarter Marktforschungsunternehmen UScale hat zum fünften Mal in Folge seine EV-Zufriedenheitsstudie zu den Nutzungsgewohnheiten, Problemen und Empfehlungen von E-Auto-Fahrern durchgeführt. Ein kompakter Überblick der Ergebnisse:

Neue Nutzergruppen dominieren den Markt

Zwischen April und Mai 2023 wurden über Social Media insgesamt 4.522 Besitzer von batterieelektrischen E-Fahrzeugen im deutschsprachigen DACH-Raum anhand von 87 geschlossenen und 16 offenen Fragen ausführlich befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass Elektroautos nun den Massenmarkt erreichen und auf höhere Erwartungen stoßen als zuvor, nachdem sie die Phase der „Early Adopter“ hinter sich gelassen haben.

Obwohl die Leistung von Elektroautos in Bereichen wie Ladeleistung, Reichweite, Funktionalität und Bedienung verbessert wurde, bewerten die Käufer ihre Fahrzeuge und deren Funktionen zunehmend kritischer. Auch die Bereitschaft, ihre Fahrzeuge an Freunde und Bekannte weiterzuempfehlen, ist deutlich gesunken. Dieser scheinbare Widerspruch überrascht zunächst, ist aber vor allem auf die neuen Nutzergruppen zurückzuführen, die nun den Elektroautomarkt betreten. Während in den vergangenen Jahren vor allem ökologische Motive im Vordergrund standen, dominieren heute Fahreigenschaften und Kostenaspekte die Gründe für den Umstieg auf ein E-Auto, so die Studienautoren.

Marken im Vergleich: Tesla überzeugt, deutsche Anbieter straucheln, Opel und Peugeot Schlusslicht

Die Bereitschaft, das eigene E-Auto weiterzuempfehlen, variiert stark zwischen den Marken. Tesla steht hier unangefochten an erster Stelle und überzeugt seine Nutzer in sämtlichen E-spezifischen Bereichen wie Laden, Routenplanung und der Connect-App. Es gibt jedoch weiterhin deutliche Kritik an der Qualität und verschiedenen Störgeräuschen, bei denen 43 Prozent der Tesla-Fahrer einen klaren Handlungsbedarf sehen.

Die Elektromobilität stellt für deutsche Premiummarken eine bedeutende Herausforderung dar. Obwohl sie in den klassischen Kerndisziplinen des Automobilbaus wie Leistung, Qualität und Fahrkomfort weiterhin überzeugen, müssen sie sich neuen Anforderungen stellen, um die steigenden Erwartungen der Kunden an ein Premium-EV zu erfüllen. Insbesondere Reichweite und Verbrauch werden von den Nutzern stark bemängelt.

Auch bei den Marken von Volkswagen zeigt sich ein gemischtes Bild. Porsche gleicht die massive Kritik an der geringen Reichweite mit seinem 800-Volt-Bordnetz geschickt aus. Auch Audi leidet unter geringer Reichweite und hohem Verbrauch, hinzu kommen noch erhebliche Beanstandungen zur Connect-App und zur Softwarequalität. Diese Probleme spiegeln sich auch bei den Schwestermarken VW und Cupra wider und prägen den insgesamt kritischen Gesamteindruck.

Die koreanischen Marken Genesis, Kia und Hyundai wurden durchweg überdurchschnittlich gut bewertet. Bei der Ladeleistung punkten die Modelle mit 800-Volt-Technologie, wobei Hyundai den Maßstab für alle anderen Marken setzt. Lediglich die Routenplanung wird von einem Großteil der Nutzer als stark verbesserungswürdig angesehen.

Die Marken der Stellantis-Gruppe, insbesondere Opel und Peugeot, wurden erneut sehr kritisch evaluiert. Ihre Fahrer bewerten alle E-spezifischen Aspekte durchweg unterdurchschnittlich und besonders die Connect-App wird von 90 Prozent der Nutzer als deutlich verbesserungswürdig angesehen.

Nissan findet sich ganz am Ende der Statistik. Hier muss allerdings hervorgehoben werden, dass der Nissan Ariya in der Umfrage nicht berücksichtigt und somit lediglich der stark veraltete Leaf bewertet wurde.

Handlungsbedarf insbesondere bei Software, Ladeleistung und Routenplanung

Die Befragten sehen insbesondere dringenden Handlungsbedarf in drei großen für das elektrische Fahren wichtigen Themenblöcken. 47 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass vor allem an der Software und der Connect-App ihres jeweiligen Fahrzeugs gearbeitet werden muss. Über 40 Prozent der Nutzer wünschen sich mehr Reichweite und eine höhere Ladeleistung. Auch bei der Routenplanung ist ein Drittel der Ansicht, dass diese unbedingt verbessert werden sollte. Da UScale die Ergebnisse der Umfrage den Fahrzeugherstellern und Zulieferern zur Verbesserung ihrer Produkte anbietet, bleibt abzuwarten, ob wir im nächsten Jahr möglicherweise bereits deutliche Verbesserungen bei den einzelnen Marken sehen werden.

Quelle(n): Pressemitteilung von UScale vom 25.07.2023

Grafiken/Diagramme: UScale

Titelbild: Tesla

Diagramme im Überblick
  1. Manfred sagt:

    Bei dem Diagramm in dem die Antworten auf die Frage bezüglich weiterempfehlen dargestellt werden fehlen die Zahlen derer die nicht weiterempfehlen. Warum?

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