Sono Sion vor dem Aus

11.01.2023 von Robin Engelhardt

Ist das Solarauto noch zu retten?

Das Solarauto Sion des Münchner Start-ups Sono Motors hätte eigentlich 2023 in die Serienproduktion gehen sollen – so der ursprüngliche Plan. Doch nicht nur der Zeitplan, sondern das gesamte Fahrzeugprojekt steht inzwischen wieder auf der Kippe. Der Grund: Geldmangel. Sono Motors möchte mit der Kampagne #savesion das Fahrzeugprojekt retten. Ob das gelingen kann? Ein Kommentar von EAM-Redakteur Robin Engelhardt.

Der Sono Sion steht mal wieder vor dem Aus. „We failed.“, sagen die Gründer des Unternehmens in einem pathetischen YouTube-Video. Es sei ihnen nicht gelungen, Investoren von den Stärken des Sions zu überzeugen und Berater plädieren jetzt dafür, das Auto-Projekt zu begraben und stattdessen ein reiner Zulieferer für Photovoltaik zu werden. Das Management will diese Entscheidung aber nicht selbst treffen, sondern sie der Community und deren Geldbörsen überlassen. Die Botschaft lautet: Wenn 3.500 Sion-Reservierer ihr Auto schon jetzt voll bezahlen würden, würde das Sono Motors fast 100 Mio. Euro einbringen. Im Anschluss könne man dann bei Investoren wieder genug Geld einsammeln, um den Sion in Serie zu produzieren. Aber stimmt das?

Meine Intention: Schadensbegrenzung

Warum schreibe ich überhaupt einen Artikel über Sono Motors? Eigentlich ist doch alles gesagt, die Fakten auf dem Tisch und zig Tweets dazu habe ich ohnehin verfasst. Richtig, aber trotzdem gibt es immer noch Menschen, die Zigtausende in Sono Motors investieren. Idealisten, die an die noble Idee des Solar Electric Vehicle glauben und deswegen 27.000 Euro für die „Anzahlung“ eines Autos ausgeben, das es möglicherweise nie geben wird. Wer das möchte, soll es gerne tun – aber in dem klaren Bewusstsein, dass diese Anzahlungen noch riskanter sind als die Sono-Aktie. Man zahlt hier mitnichten ein Auto an, man gibt dem Unternehmen ein Darlehen.

Die Videobotschaft der Sono-Gründer

Das Gute zuerst

Bevor ich die negativen Fakten zusammentrage, fangen wir mal mit dem Guten an. Sono hat es geschafft, einige fahrfähige Demofahrzeuge zu bauen (respektive mithilfe von Dienstleistern bauen zu lassen). Sie haben Photovoltaikmodule, die Strom produzieren und bei anderen Kunden bereits im Einsatz sind. Sie haben eine starke Marke aufgebaut, deren Fans loyal sind und sich die Treue auch finanziell viel kosten lassen. Und sie sind angetreten, die Automobilindustrie umzukrempeln. Jedes Mal, wenn ein Experte der alten Schule gesagt hat: „das geht nicht!“, hat das Sono-Team gefragt: „Warum eigentlich?“, und wollte es eben doch machen. Eine mutige Einstellung. Dennoch glaube ich, dass der Sion wahrscheinlich niemals vom Band laufen wird – egal, was die Community jetzt macht. Warum, will ich jetzt erläutern.

1. Wie sinnvoll sind Solarzellen auf Autos?

Fangen wir mit der reinen Idee an. Die Idee, Solarenergie und Elektrofahrzeuge zu kombinieren, ist nicht neu. Es gibt sogar Rallyes mit reinen Solarautos – es ist also keineswegs unmöglich, ein solarelektrisches Auto zu bauen. Allerdings haben diese Solarelektroautos so gar nichts mit dem Sono zu tun.

Die Sion-Idee ist in erster Linie ein normales BEV, das über eine externe Stromversorgung seinen Akku lädt und dann mit Strom aus dem Akku fährt. Die PV-Module sind ein nettes Add-On, aber ändern sie das Geschäftsmodell grundlegend? Ich sage: Nein. Interessant wären die PV-Module genau dann, wenn sie normales, stromnetzbasiertes Aufladen überflüssig machen würden. Das tun sie aber nicht, die Sonnenausbeute reicht unter sehr guten Bedingungen, um im Hochsommer den Energiebedarf für eine Pendelstrecke zu decken – die meiste Zeit des Jahres aber eben nicht. Auch ein Sion würde also den überwältigen Großteil seines Energiebedarfs nicht mit eigener Photovoltaik, sondern mit Netzstrom decken.

Nun könnte man noch argumentieren, der Solarstrom sorgt zwar nicht für Autonomie, drückt aber insgesamt den Netzstrombedarf und macht den Betrieb des Fahrzeuges so unterm Strich billiger als bei einem konventionellen BEV. Das ist sicher richtig, aber diese Medaille hat eine Kehrseite. Die Solarmodule sorgen für die harte, kastige Form des Sions.

Die optische Schönheit mal außen vor, bringt die ein handfestes Problem mit sich: Aerodynamik. Der Sion wird viel mehr Luftwiderstand aufweisen als vergleichbare Fahrzeuge in seiner Klasse, das erhöht den Verbrauch. Gut möglich, dass die Produktion von Solarstrom auf der positiven Seite und der erhöhte Luftwiderstand auf der negativen Seite am Ende zu einem Nullsummenspiel werden und der Sion unterm Strich genauso viel Strom braucht, wie ein Auto ohne Solarzellen.

Dabei kommen dann aber noch die Kosten für die Solarzellen, vor allem aber für eventuelle Reparaturen obendrauf. Schon bei konventionellen Karossen kostet ein Parkrempler schnell ein paar hundert Euro – wie sieht das aus, wenn nicht Blech und Lack, sondern Solarzellen beschädigt werden?

2. Wie werden die Autos bezahlt?

Sono bittet erneut um „Anzahlungen“ für ein Auto, das sie noch nicht bauen. Das ist per se weder neu noch verwerflich, das machen andere Autobauer auch so. In aller Regel zahlt man dabei aber einen Bruchteil des Fahrzeugpreises, der Großteil wird dann erst bei der richtigen Bestellung (oder auch bei Auslieferung) fällig. So sorgt dieses Reservierungsverfahren einerseits kurzfristig für Liquidität, gleichzeitig liegt das Geld für das gesamte Auto aber erstmal noch beim Kunden.

Sono hingegen ruft jetzt dazu auf, den Sion komplett vorab zu bezahlen, um die aktuell auflaufenden Kosten decken zu werden. Nehmen wir mal an, der Sion hat Materialkosten von 20.000 Euro (alleine der Preis für den 54-kWh-Akku kann, je nach Einschätzung, zwischen 8.000 und über 10.000 Euro liegen). Wovon werden diese Materialkosten bezahlt, wenn die Kunden ihr Auto schon komplett bezahlt haben, das Geld aber schon für andere Ausgaben (Werkzeuge und Maschinen, Produktionslinien bei Valmet) verbraucht wurde? Womit wir beim nächsten Punkt wären:

3. Produkt und Produktionszahlen passen nicht zusammen

Diese Reservierungsgelder-Nummer geht vielleicht noch auf, wenn man nach Marktstart so unfassbar viele Autos verkauft, dass man einige Autos „gratis“ an die Reservierer geben kann. Würde Sono Millionen Sions bauen, könnte das klappen. Allerdings plant Sono Motors, nur 257.000 Sions zu bauen – über einen Zeitraum von sieben Jahren! Nehmen wir optimistische 1.000 Euro Marge an (ja, das sind die üblichen Größen bei Massenautos, eher sogar weniger), dann verdient Sono – wenn der Marktstart 2024 klappt – bis 2030 insgesamt 250 Mio. Euro am Sion.

Auf der anderen Seite stehen dagegen 330 Mio. Euro, die bereits ausgegeben wurden und ein weiterer Kapitalbedarf von 200 Mio. Euro bis zum Produktionsstart (was vermutlich noch deutlich zu niedrig angesetzt ist). Wie will Sono diese Gelder zurückzahlen? Vielleicht haben sich diese Frage auch die Investoren gestellt, die kein Geld mehr in das Projekt Sion investieren wollten.

Das ist eben der fundamentale Unterschied zwischen Sono und Tesla: Das Team um Elon Musk hat mehr als ein Jahrzehnt Geld verbrannt, richtig viel Geld verbrannt. Viel mehr, als Sono wahrscheinlich je verbrennen wird. Aber die hatten einen Plan, wie sie das Geld auch wieder erwirtschaften. An seinen Premiumautos hat Tesla richtig gut verdient und erst 15 Jahre nach Unternehmensgründung sind sie in eine Preisklasse vorgestoßen, die man ansatzweise als Massenmarkt bezeichnen kann. Und ein Auto für 29.900 Euro, wie Sono es auf den Markt bringen will, findet man bei Tesla bis heute nicht – aus ebenjenen Gründen.

4. Entwicklungsstand

Lassen wir die Themenblocks 1–3 mal außen vor und nehmen an, diese Probleme wären alle schon gelöst. Dann ist der Sion immer noch kein marktreifes Auto und wird es auch 2024 nicht sein. Selbst bei etablierten Autokonzernen mit Milliardenmitteln, hunderttausenden Mitarbeitern und eigenen Fabriken statt Auftragsfertigern gilt eigentlich eines: Ein Jahr vor Produktionsstart ist das Auto fertig – wohlgemerkt, bei konventionellen Fahrzeugen mit Metallkarosserie. Für experimentelle Kunststoff-Bauteile würde jeder OEM eher noch mehr Zeit einkalkulieren. Natürlich wird noch verbessert, die Software angepasst, etc., aber zu 90 Prozent ist das Auto ein Jahr vor Anlauf der Produktionslinien fertig.

Dann kommt ein extrem aufwendiges Testing, dessen Auswertung noch einmal richtig viel Arbeit macht und in kurzer Zeit viele Anpassungen erfordert. Hoch- und Niedrigtemperaturerprobung (ein Auto soll bei -30 Grad in Lappland genauso funktionieren wie bei +50 Grad in Südafrika), Crashtests mit einem unendlich langen Rattenschwanz, Millionen Testkilometer. Unabhängig davon, dass Sono auch die Dauer dieser Phase halbieren will, sind sie eben noch gar nicht da.

Danach kommt dann die „Produktionshölle“, die selbst Tesla fasst ins Straucheln brachte: Testing und Optimierung von Herstellungswerkzeugen und Montageprozessen ist ebenfalls extrem aufwendig und zeitintensiv. Mal abgesehen davon, dass Sono von diesem Schritt noch meilenweit entfernt ist.

Liest man sich die Sprint Reports durch, fragt man sich, was genau eigentlich funktioniert. Hier ein Auszug der von Sono gemeldeten „Lowlights“ aus den Sprint Reports von KW 42 und KW 44:

  • Ein Lieferant liefert keine Bremskraftverstärker
  • Für Raddrehzahlsensoren suche man einen neuen Zulieferer
  • ebenso für die Tacho-Displays
  • Schwierigkeiten zwischen Zulieferer und Fertiger beim Testen der Vehicle Control Unit
  • Verzögerungen bei der Validierung der E/E-Architektur (Verteilnetze und Ladesystem)
  • Sicherheitstests hinter dem Zeitplan
  • zu wenig Platz für die Stecker der Scheinwerfer
  • Problemen bei den Fahrerassistenzsystemen
  • Fehler bei Batterie-Konnektoren und -Kommunikation

Einige dieser Fehler (gerade Software-Themen) sind auch bei etablierten OEMs noch spät in der Entwicklung vorhanden. Dass ein Jahr vor Marktstart aber noch Packaging-Probleme vorhanden sind, ist extrem unüblich. Bei solch ellenlangen Fehlerlisten (wie gesagt: Das sind nur die Meldungen von zwei Wochenberichten) kommen erhebliche Zweifel auf, dass dieses Fahrzeug so in knapp einem Jahr bereits in Serie produziert werden könnte – selbst, wenn alle anderen Probleme des Unternehmens nicht vorhanden wären.

5. Die Welt hat nicht auf Sono gewartet

Autos bauen kostet unfassbar viel Geld. Diese Branche hat durch ihren exorbitanten Kapitalbedarf extrem hohe Einstiegshürden für neue Wettbewerber. Eine Chance haben diese nur, wenn sie die alteingesessenen Player mit neuer Technik übertrumpfen können. Ford gelang das mit der Einführung der Fließbandproduktion. Tesla mit Elektroautos, Software-Zentrierung und dem Mitliefern eines Ladenetzes. Wo ist dieser Technik-Trumpf bei Sono, wenn der einzige Unterschied zu einem etablierten Autobauer (die alle längst schon massig BEVs bauen) die PV-Module mit ihren marginalen Vorteilen sind?

Der Wettbewerb hat ja nicht darauf gewartet, dass der Sion kommt, zahlreiche andere BEV-Modelle mit besseren technischen Daten werden seit Jahren gebaut, zwar nicht unbedingt für 29.900 Euro – aber bis der Sion irgendwann mal auf dem Markt ist, gibt es auch eine ganze Menge preislich sehr attraktiver Gebrauchtwagen von etablierten Autobauern zu kaufen. Das Wettbewerbsumfeld für den Sion wäre schon 2022 hart gewesen – 2024 wird es tödlich sein.

Fazit: Scheitern ist ok

Die schiere Menge aller Probleme bei Sono Motors ist überwältigend:

  • Ein zusätzlicher Kapitalbedarf nach Ende des Community Fundings, von dem Stand heute niemand weiß, ob Sono ihn jemals zusammenbekommt.
  • Ein unfertiges Auto, das in einem Jahr sicher nicht bereit für die Serienproduktion ist.
  • Kein Fahrplan in Richtung Profitabilität.
  • Zu viele Bauteile, deren Lieferanten noch nicht festgelegt wurden.
  • Und zu all dem obendrauf noch eine Welt mit Krieg, Pandemie, Energiekrise und Inflation, die das Autobauen in den nächsten zehn Jahren garantiert nicht billiger machen wird.

Ich will Sono-Mitarbeitern und -Gründern keines dieser Probleme persönlich vorwerfen. Startups sind immer ein Risiko, eine Wette mit einer großen Chance, zu verlieren – das ist ok!

Aber ich will in aller Deutlichkeit sagen: Wer jetzt noch Geld für einen Sion „anzahlt“, sollte dieses Investment nicht als Autokauf, sondern als ungesicherten zinslosen Kredit sehen und sich bei der Beurteilung des Ausfallrisikos von harten Zahlen statt einer schönen Story leiten lassen.

Fotos: Noah Wand, Sono Motors

Sono Sion: Details

  1. A. Reinhardt sagt:

    Die differenzierte Argumentation von Robin Engelhardt ist Stand heute schlüssiger als vor rd. 5 Wochen und vermag insbesondere im Punkt 4 zu überzeugen, dessen Zusammenhänge und Folgen erst jetzt für eine Beurteilung zur Verfügung stehen.

    4. Entwicklungsstand ist entscheidend! Robin‘ s Statement überzeugt mich im Pkt 4!

    „Ein Jahr vor Produktionsstart ist das Auto fertig – wohlgemerkt, bei konventionellen Fahrzeugen mit Metallkarosserie. Für experimentelle Kunststoff-Bauteile würde jeder OEM eher noch mehr Zeit einkalkulieren. Natürlich wird noch verbessert, die Software angepasst, etc., aber zu 90 Prozent ist das Auto ein Jahr vor Anlauf der Produktionslinien fertig.

    Dann kommt ein extrem aufwendiges Testing, dessen Auswertung noch einmal richtig viel Arbeit macht und in kurzer Zeit viele Anpassungen erfordert. Hoch- und Niedrigtemperaturerprobung (ein Auto soll bei -30 Grad in Lappland genauso funktionieren wie bei +50 Grad in Südafrika), Crashtests mit einem unendlich langen Rattenschwanz, Millionen Testkilometer. Unabhängig davon, dass Sono auch die Dauer dieser Phase halbieren will, sind sie eben noch gar nicht da“
    Die Argumente zur Produktionshölle sind kaum zu widerlegen, wie beschrieben: Robin schreibt weiter:
    „Danach kommt dann die „Produktionshölle“, die selbst Tesla fast ins Straucheln brachte: Testing und Optimierung von Herstellungswerkzeugen und Montageprozessen ist ebenfalls extrem aufwendig und zeitintensiv. Mal abgesehen davon, dass Sono von diesem Schritt noch meilenweit entfernt ist“.
    Mein springender Punkt:
    Die einzige Chance für Sion sehe ich für den Fall der Ausgründung und neues Venture mit einem Hersteller aus einem Sonnenland, der zugleich Zugang aus bereits getätigten Investments in einen funktionierenden kompletten E-Powertrain inkl. LFP – Batterie hat samt vorhandenem ausgereiftem BEV – Body mit lediglich PV – Solardach. Allein ein Volumen von 100.000 ‚NEW SION‘ in einem Hersteller-Land in Verbindung mit einem smarten Stromnetz würde manche Länder angesichts Energie- Mangel und volkswirtschaftlichen Bedarf und grünen Speicherstrom-Angebot andere Perspektiven bieten. Das sollten mal Thinktanks, smarte Unternehmer und manche Regierungen und ihre Entwicklungsbanken rechnen

  2. AM sagt:

    Top Beitrag! Selten einen so fundierten Kommentar über Sono gelesen.

  3. Martin Ulbrich sagt:

    Du hast ja recht aber trotzdem schade ☹️

  4. NN sagt:

    Kommentare, der Autor schreibt einen solchen, spiegeln Meinung wider. Das merkt man stark. Bis hin zu den wirklich schlechten Fotos eines anderen Autors. Es gibt genügend realistische Fotos im Netz.

    Diese Meinung kommt, trotz Kommentar – vermeintlich analytisch und daher verzerren daher.
    Denn, der Autor sagt z. B. nicht, dass der letzte veröffentlichte Sprint Report aus KW46 2022 ist, dass Einnahmen nicht nur aus Marge bestehen, z. B. auch aus THG Quoten, Solarsparte, Aftersales von AHK bis digitalen Services. Dazu kommt Carsharing, Wallbox etc.
    Eine elementare Eigenschaft des Fahrzeugs ist gleich ganz unberücksichtigt. Es ist ein Energiespeicher, der bidirektional 3 phasig (also 11 KW) Strom abgeben kann. Allein dafür lohnt es sich, den Sion zu kaufen.

    Die Produktion wird nicht umsonst mit einem erfahrenen Auftragsfertiger gemacht, der bereits am Fahrzeug mit entwickelt. Wozu eine eigene Fabrik?
    Geld fehlt, ja. Leider schlechte Zeiten für den Sion, aber zu behaupten, man müsse voll anzahlen ist ebenso falsch wie die anderen zusammengewürfelten Argumente, die daraus abgeleitet werden.
    Dass der Kunde mit ins Risiko geht, weil er den Sion will wird deutlich kommuniziert.
    Der Sion ist es wert.

    1. Robin Engelhardt sagt:

      1. Die Fotos sind realistisch. Sie sind von einer wenige Wochen zurückliegenden Sono-Veranstaltung. Was soll an denen bitte „unrealistisch“ sein?
      2. Die Sprint Reports kann jeder selbst googlen. Als ich mit dem Artikel fertig war, war KW44 der letzte Report.
      3. Wie viele Einnahmen macht Sono denn mit den genannten Punkten? Spoiler: All zu viel ist es nicht, sonst käme man ja nicht auf die Millionen-schwere monatliche Burnrate.
      4. Hab ich denn irgendwo geschrieben, dass Sono eine Fabrik baut? Nein. Aber auch beim Auftragsfertiger müssen Anlagen gebaut werden, insbesondere, wenn man wie Sono ein völlig neues Fertigungsverfahren möchte. Glauben Sie, die Anlagen und die Arbeit des Auftragsfertigers werden mit Luft und Liebe bezahlt?
      5. Zeigen Sie mir bitte die Stelle, an der ich behauptet habe, dass man den Sono voll anzahlen muss – ansonsten bitte ich, Falschbehauptungen zu unterlassen. Sono WIRBT für Vollanzahlungen, das ist Fakt.

  5. Eugen sagt:

    Für mich war es von Anfang an klar das Sion nie profitabel wird. Ich wollte einen Autobauer der mit seine Community ein nicht profitables Volksauto baut da ja damals der Volkswagen bewiesen hat das es zu einer kriminellen Vereinigung mutiert ist.
    Es hat einfach nicht bis Heute so viele Menschen denen tatsächlich die Umwelt und Ressourcen Beschaffung am Herzen liegen auch nicht den Ideologisch Geisteskranken „letzte Generation“ die hysterisch weinen und schreien, nicht den Grünen….
    Dieser wunderschöne Erde wird es nichts ausmachen wenn wir weg sind. Alles andere ist ist mir mittlerweile egal.

  6. TomSey sagt:

    TIL: „seinen Namen tanzen zu können, befähigt alleine noch nicht zum Aufbau einer Automobilproduktion.“

    Zu Beginn hielt ich es für Naivität, spätestens seit dem ekelhaften #savesion Video geht es in Richtung Nepp.
    Es ist schade, dass damit viel guter Willen zerstört werden wird.

  7. Martin sagt:

    Ich denke, Robin hat recht.

    Zudem scheint mir hier u.a. auch die typische „Sunk Cost Fallacy“ („Wir haben schon so viel investiert. Jetzt können wir nicht aufgeben“) zu verhindern, das Sion das Projekt stoppt.

    Optimismus ist super. Gibt es generell viel zu wenig. Sion scheint inzwischen aber an einem Punkt zu sein, wo der zu reinem Zweckoptimismus mutiert und man die Realität ausblendet.

  8. Bernd Heimann sagt:

    Bernd
    12.01.2023
    Manchmal kommt es anders als man denkt. Ich gehe davon aus, dass der Sion durch seine genialen Verknüpfungen nicht nur durchschnittlich 5.800 km per Jahr kostenfreie Fahrleistung ermöglicht, sondern die permanenten elektrischen Verbraucher sowie die Selbstentladung von Akkus, ca. 1% per Tag, verhindert. Dieses Geschenk der Sonne müssen ohne Solartechnik in e-Fahrzeugen mit Kohle, Gas, Atom etc. umweltbelastend ersetzt und vergeudet werden. Nun rechnen sie mal, wie viele E-Werke allein nur für diese Differenz weltweit nötig werden. Die Verbrenner und auch die nur e-Fahrzeuge ohne Solartechnik werden in wenigen Jahren feststellen, dass ihnen da etwas Wichtiges fehlt.

  9. Klaus Krieger sagt:

    Ich habe mich noch nicht sehr intensiv mit dem Sion beschäftigt, denke aber, dass er von der Idee her eine Marktlücke treffen kann. Dabei geht es mir weniger um die technische Sinnhaftigkeit der integrierten Solarmodule. In der bundesdeutschen Praxis mit relativ geringer Sonneneinstrahlung und den oftmals abgeschatteten Parkplätzen, dürfte der reale Energiebeitrag der Solarzellen deutlich unter den Erwartungen liegen. Der Charme des Sion liegt darin, dass ihm ein vernünftiges Fahrzeugkonzept zugrunde liegt und anstatt irgendwelcher nutzloser technischer Gimmicks das
    Mobilitätsbedürfnis in den Vordergrund gestellt wird. Das Auto wird hier nicht als Ausdruck vermeintlicher Individualität zum Fetisch, sondern wieder zu einem einfachen motorisierten Transportmittel. Das Lebensglück vieler potentieller Kunden wird durch überflüssige Leistung, unnötiges Gewicht, hohe Endgeschwindigkeit , hohen Platzbedarf und sinnlose Ressourcenverschwendung nicht gesteigert. Hier könnte der Sion punkten, seinen Markt finden, und es ist der Grund, warum mir das Fahrzeug sympathisch ist.
    Allerdings, und das ist leider bitter, deckt sich Robins Argumentation bezüglich des tatsächlichen Projektstandes und des bis zu einer Serienfertigung erforderlichen Aufwandes mit meinen beruflichen Erfahrungen. Leider ist hier das Projekt nicht zuendegedacht und nicht zuendegerechnet. Klassische Investitionen finden im Kapitalismus nur statt, wenn sie entsprechende Gewinne versprechen. Für Crowdfunding mit vielen kleinen Goodwill-Beträgen ist das Projekt Sion zu groß, bzw. können die tatsächlich erforderlichen Mittel nicht erbracht werden. Hier hat Robin die finanziellen Bedingungen gut beschrieben. Mit den angenommenen Stückzahlen und der geringen Marge bliebe das Projekt leider in der Mitte stecken und alle bisherigen Investitionen wären im wesentlichen verloren. Ob sich in Anbetracht des Wettbewerbs höhere Preise für den Sion erzielen ließen, ist sehr fraglich.

  10. Peter Mueller sagt:

    Was mich ein wenig nachdenklich stimmt, sind die Bonizahlungen, die sich die beiden Gründer noch kürzlich gönnten.

    1. Robin Engelhardt sagt:

      Laurin Hahn hat das mit Anwaltskosten gerechtfertigt. Trotzdem etwas merkwürdig der ganze Sachverhalt. https://twitter.com/LaurinHahn/status/1601171205780049920?s=20&t=AXFvZwTF4jUCynZoXc-_kA

  11. Rainer Bürgin sagt:

    Bei der Reservierung waren für mich damals (ich bin wieder ausgestiegen) 1. die Bidirektionalität und 2. der vergleichsweise günstige Preis ausschlaggebend. PV habe ich auf meinem Dach. Bei 1. scheint sich regulatorisch nichts zu tun und Punkt 2. ist bis zur Markteinführung, wenn sie je kommt, kaum noch vorhanden. Die Chinesen sind unterwegs und Bidi wird’s auch von anderen Herstellern geben. Schade.

  12. Sono-ist sagt:

    Was passiert mit den bereits getätigten Anzahlungen, bzw. Vollzahlungen, falls Sono Motors das 104 Mio Euro Ziel nicht erreicht?

    1. Robin Engelhardt sagt:

      Darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eine lautet: Wenn die aktuelle Kampagne scheitert, kommt das Auto auf gar keinen Fall. Damit wäre Sono je nach Rechtsauffassung und Goodwill der Anzahler sofort verpflichtet, alle Anzahlungen wieder zurückzuzahlen (aus der letzten Kampagne war das ja auch ein ordentlicher zweistelliger Millionenbetrag). Wenn sie diese Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen können, sind sie insolvent. Ob Sono genug Mittel hat, im Falle eines Scheiterns der aktuellen Kampagne alle bereits getätigten Anzahlungen zurückzuzahlen, weiß ich nicht.

  13. Thomas Schleeh sagt:

    Es ist leider so viel Wahres am Artikel, der die aktuelle Situation und Sachlage und die derzeitigen Marktgesetze gut dargestellt hat.
    Ich sehe das Potential des Sions jedoch in vielen anderen Bereichen unseres globalen Problems. Er ist ein rollender Stromspeicher mit Selbsterhaltung und der Fähigkeit, sich autark fahrend oder stehend durch die Sonne aufzuladen. Er könnte in der Zukunft als Vorreiter für die Konzeption von virtuellen Kraftwerken dienen. Irgendwann bekommt man im Sommer auch Strom umsonst, um das Netz zu stabilisieren. Er könnte eine völlig neues Komponente für die Mobilität auf dem Land und in der Stadt werden, weit weg vom derzeitigen Gedanken „Mein Auto“. Wenn an jeder Ecke oder zehnten Straßenlaterne ein Sion parkt, den man mit einer App und mit transparenten Kosten aufsperren kann, dann braucht nicht jeder ein Auto und ist dennoch in Stadt und Land mobil. Der volkswirtschaftliche Nutzen dieser Sektorenkopplung ist weitaus höher als die kurze, inhaltlich korrekte Sachlage in Ihrem Artikel. Der Sion ist für mich der Einstieg in die Zeitenwende der globalen Mobilität. Er ist eine tragende Säule der zukünftigen Netzstabilisierung. Ein unerlässlicher Sektor für unseren Wohlstand mit weniger fossilen Energien in Deutschland und Europa. Sonnenreiche Länder würden sich noch leichter tun. Ich würde z.B. manchem Wüstenstaat mit viel Kapital raten, sein Geld nicht in Fußball zu stecken, sondern allen Frauen Sions an jede Laterne Ihrer Wüstenstädte kostenlos zur Verfügung zu stellen. Carsharing ganz anders. Welch ein Fortschritt! Auch wenn der Sion in der geplanten Zeitachse nicht kommt oder scheitert, ist er der Vorreiter. Spätestens wenn die Akkutechnologie noch einen Quantensprung hinsichtlich niedrigeren Preis und längeren Ladezyklen gemacht hat, kommt ein Sion 2.0. Warum können wir als Automobilstandort Deutschland hier nicht mal den Anfang machen mit Sion 1.0 ? Wir brauchen keinen Henry Ford oder E. M…….. Eine demokratische, visionäre, vielleicht gerade noch finanzkräftige Community könnte hier auch für zukünftige, weltverbessernde Projekte ein erstes Beispiel sein. Dieser Prozess ist auch eine „Zeitenwende“. Der Sion sollte nicht scheitern! Nicht in Deutschland! Lasst uns den Sion gemeinsam auf die Straßen bringen und nicht im Projekt- und Finanzierungsdschungel auf der halben Strecke scheitern lassen. Die anderen Autobauer werden bald nachziehen.
    #Savesion#
    #Fürchte dich nicht, glaube nur#
    #9999 ……………….#

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