Seat und Cupra: die Elektropläne der Spanier

Den Anfang macht der Cupra Born

Noch ist die elektrische Modellpalette des spanischen Autobauers überschaubar: Mehr als einen Seat-Ableger des VW e-up! haben die Katalanen nicht im Programm. Doch das wird sich bald ändern.

26.03.2021 – Denn die Spanier haben einige E-Fahrzeuge in der Pipeline, wie auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz deutlich wurde. Wir geben einen Überblick über die nächsten Stromer der Marken Seat und Cupra.

2021: Cupra Born

Bereits dieses Jahr startet der Cupra Born, der 2019 noch als Seat el-Born angekündigt wurde. Der Cupra Born wird das erste E-Modell der sportlichen Seat-Tochtermarke, die erst 2018 gegründet wurde. Zuvor wurden die besonders sportlichen Seat-Ableger durch die Zusatzbezeichnung „Cupra“ zum Topmodell geadelt. Cupra steht übrigens für „Cup Racing“.

Der Cupra Born basiert auf der Konzernplattform MEB und ähnelt vom Format dem VW ID.3. Genaue technische Daten wurden noch nicht bekannt gegeben, doch wird der Born voraussichtlich den mindestens 150 kW starken Antrieb des ID.3 Pro Performance in Verbindung mit der 62-kWh-Batterie erhalten. Das legen zumindest die Angaben der Seat Studie el-Born nahe. Über 420 Kilometer nach WLTP sollen so möglich sein. Der Sprint von 0 auf 100 km/h sollte in rund 7,5 Sekunden absolviert werden können. Produziert werden soll der Born in Zwickau zusammen mit anderen MEB-Modellen des Konzerns.

Ob es darüber hinaus noch ein stärkeres Allradmodell geben wird, was zur Marke ebenfalls gut passen würde, ist noch unklar. Dieses könnte dann mit der 82-kWh-Batterie (77 kWh nutzbar) und bis zu 225 kW Leistung ausgerüstet werden. Der MEB-Baukasten würde dieses Technikpaket ermöglichen, doch ein entsprechender ID.3-Ableger wurde seitens VW noch nicht bestätigt. Vielleicht möchte man in diesem Segment aber auch den Spaniern den Vortritt lassen.

2024: Cupra Tavascan

Als nächstes E-Modell wurde nun der Cupra Tavascan bestätigt, ein flacher, sportlicher und relativ kompakter Crossover. Die Studie wurde bereits 2019 auf der IAA gezeigt. Im Tavascan werden der starke Allradantrieb mit 225 kW und die große MEB-Batterie mit 82 kWh verbaut werden. Die Reichweite soll bei bis zu 450 Kilometern liegen.

2025: Elektro-Seat ab 20.000 bis 25.000 Euro

Ein Jahr nach dem Tavascan wird Seat ein neues E-Modell anbieten können. Das noch nicht benannte, elektrische Einstiegsmodell wird wohl der Nachfolger des Seat Mii electric, der (noch) produziert wird und sich die Technik mit dem VW e-up! teilt. Höchstwahrscheinlich wird das neue, „urbane Elektrofahrzeug“ der Marke auch der Technikspender für den ebenfalls für 2025 in Aussicht gestellten VW ID.1 sein. Die Entwicklungsverantwortung für diese Fahrzeuge obliegt jedoch Seat. Als Basis könnte hier auch die MEB-Plattform genutzt werden, allerdings in einer abgespeckten, kostenoptimierten Variante.

Für den 2025er E-Seat wird ein Basispreis von 20.000 bis 25.000 Euro angestrebt. Klar, der aktuelle Seat Mii electric ist ebenfalls in dieser Preisspanne zu haben, doch verdient der Volkswagen-Konzern mit den Modellen auf Basis des e-up! einerseits kein Geld und anderseits basiert die Plattform noch auf einem umgerüsteten Verbrenner, die nicht alle Möglichkeiten des E-Antriebs zulässt. So gibt es für den aktuellen e-up! bzw. Mii electric beispielsweise keine Batteriekühlung und die Raumausnutzung ist nicht ideal.

Dennoch wir das oberste Ziel sein, die Technik noch einmal ein gutes Stück günstiger zu gestalten, was auch den späten Termin für das Modell erklärt. Bis 2025 können schließlich mit noch weiteren Einsparungen in der Batterietechnologie gerechnet werden. Der Akku ist und bleibt schließlich bei E-Autos der Kostentreiber Nummer eins, was beim preissensiblen Segment der Kleinwagen eine große Herausforderung darstellt.

500.000 Stromer aus Spanien - pro Jahr

Sollte es dann möglich sein, dass der Konzern mit diesen Fahrzeugen Geld verdienen kann, wird auch die produzierte Stückzahl deutlich höher ausfallen, als das aktuell bei den kleinen VW Drillingen der Fall ist. Diese werden derzeit nur in der nötigen Anzahl produziert, wie es für VW aus Sicht des Flottenverbrauchs erforderlich ist. Der Škoda Citigo e iV wurde sogar letztes Jahr eingestellt.

Dafür sprechen auch die Pläne für eine E-Auto-Produktion im katalanischen Martorell. Dort sollen ab 2025 Elektroautos vom Band laufen. Der Jahressaustoß soll bei 500.000 Fahrzeugen liegen. Da die Produktionskosten in Spanien niedriger ausfallen als in Deutschland, wird hier auch der VW ID.1 vom Band laufen – und vielleicht ja auch wieder ein Škoda-Ableger.

Text: Marcus Zacher / Fotos: Seat, Cupra

Seat Mii electric

Cupra Born

Cupra Tavascan (Studie 2019)

Seat el-Born (Studie 2019)

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