Vorstellung: Mercedes Vision AMG

03.06.2022 von Reinhold Hennig

Glaskugel für die AMG-Zukunft

Mercedes-Benz schaut mit der Designstudie Vision AMG in die Zukunft seiner Tochtergesellschaft AMG, die ab 2025 rein elektrisch sein soll. Die erste, komplett in Affalterbach entwickelte Elektroauto-Architektur unterstreicht den Wandel vom Werkstuner zur Submarke des ältesten Autoherstellers der Welt.

Schon im Jahr 2013 bot Mercedes mit dem SLS AMG Electric Drive eine vollelektrische Variante des Flügeltürer-Coupes an. Damals mit 552 kW und 1.000 Newtonmetern Drehmoment eine „Rakete“, die in 3,9 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigte. AMG kann also durchaus auf eine gewisse Expertise im Entwickeln von sportlichen Stromern vorweisen.

Inspiriert von der kürzlich von Mercedes vorgestellten Limousinen-Studie Vision EQXX (Bericht) entwickelt AMG derzeit seine eigenständige Elektro-Plattform AMG.EA für batterieelektrische Luxus-Sportwagen. Wie bei anderen Elektroautos der Marke, wie etwa dem Mercedes EQS oder EQE verfügt der Vision AMG über einen langen Radstand, der ein komfortables Raumangebot für vier Personen bieten soll. Auch genügend Akkukapazität, die für die Leistungsanforderungen eines Sportwagens nötig ist, passt noch zwischen die Achsen. Die strömungsgünstige Tropfenform übernimmt der Vision AMG vom EQXX, paart sie aber mit den weit ausgestellten Kotflügeln, die ein Sportwagen wegen der breiten Reifen nun mal braucht.

Vorne leuchten die Sterne

Die Hauptscheinwerfer des Luxus-Sportlers werden aus drei sternförmig angeordneten LED-Elementen gebildet, welche durch ein Leuchtband verbunden sind. Darunter befindet sich eine geschlossene und in Wagenfarbe lackierte Kühlerattrappe. Das AMG-typische „Haifischmaul“ mit senkrechten, beleuchtbaren Streben sorgt nicht nur für den Erkennungswert der Marke, sondern bringt auch das nötige Überholprestige auf der Autobahn mit.

Die Abrisskante mit Spoiler am Heck der AMG-Studie ist nicht nur für den extrem sportlichen Look zuständig, sondern verbessert dazu noch die Aerodynamik. Die Kante des Spoilers ist mit einem Leuchtband eingefasst, das verschiedene Lichtsignale erzeugen soll. Bei den Heckleuchten hatten die Designer eine besondere Idee: Sie werden aus jeweils drei LED-Ringen gebildet, die in Röhren stecken. Besonders wenn diese beleuchtet sind, wirkt es wie die glühende Auspuffanlage eines röhrenden Zwölfzylinders. Eine Reminiszenz an die bisherige Spezialität von AMG: Die Entwicklung leistungsstarker Verbrennungsmotoren.

High-Tech-Antrieb mit Axialflussmotor

Seiner Kern-DNA entsprechend legt AMG großen Wert auf den Antriebsstrang. Alle wichtigen Komponenten sollen intern entwickelt werden, um dem Hightech-Anspruch gerecht zu werden. Die Basis bildet die genannte AMG.EA-Plattform, die wohl mit einem AMG-spezifischen Akkupack bestückt sein wird. Als Antriebsquelle haben die Ingenieure einen Axialflussmotor gewählt, für den die Mercedes-Tochter YASA verantwortlich zeichnet.

Bei der auch als Scheibenläufermotor bekannten Bauart hat der Rotor die Form einer Scheibe und das Magnetfeld verläuft, im Gegensatz zum (in Elektroautos hauptsächlich verbauten) Radialflussmotor, parallel zur Drehachse. Der Vorteil dieser Bauart ist eine hohe Leistungsdichte für eine besonders rasante Beschleunigung. Dabei hat der Axialmotor noch den Vorteil seiner sehr kompakten Bauform und des vergleichsweise geringen Gewichts. Gute Voraussetzungen also für einen High-End-Luxus-Sportwagen.

AMG hält sich bei den technischen Daten noch sehr bedeckt. Allerdings werden die AMG-Modelle weder die Effizienz noch die Sportlichkeit des Vision EQXX erreichen, dürften auf der anderen Seite jedoch um einige Klassen performanter unterewgs sein. Da der Wandel zur reinen E-Marke nicht mehr lange auf sich warten lässt, werden wir sicherlich bald mehr über AMGs erstes, eigenes Elektroauto erfahren.

Fotos: Mercedes-Benz

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