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EAM 04/2026 – August/September
Mit einer großen Show hat XPeng in München seine neue Einstiegsbaureihe für den Weltmarkt präsentiert, den L03. Das SUV-Coupé bietet eine umfangreiche Ausstattung zu einem echten Kampfpreis.
Dass XPeng außerhalb Chinas kräftig wachsen will, machte die Enthüllung des L03 allen Anwesenden deutlich: Der chinesische Hersteller zog alle Register und lud die internationale Medienlandschaft ein.
Der L03 wurde schon Anfang Juli 2026 unter der Submarke „Mona“ in China gezeigt, für den Weltmarkt wird das Modell allerdings direkt als XPeng vertrieben – die Markenvielfalt chinesischer Autobauer stiftet auf den Exportmärkten schließlich mehr Verwirrung, als dass sie hilft. Und auf einen erfolgreichen Export dürfte die erst 2014 gegründete Marke angewiesen sein, schließlich waren die Absatzzahlen im ersten Quartal 2026 rückläufig.
Die Chancen auf eine Trendumkehr stehen jedoch nicht schlecht – und der L03 kann dazu einen gehörigen Teil beitragen. Auf einer Länge von 4,65 Meter hat das Designteam ein schlankes SUV-Coupé gezeichnet, dessen Gestaltung nirgendwo aneckt und einen niedrigen cW-Wert von 0,228 erreicht. Die geschlossene, glatte Front wird von zwei Y-förmigen Scheinwerfern eingefasst. Die Dachlinie fällt wie bei einem Fastback sanft ab und mündet in einem Heck mit einer scharfen Abrisskante. Darunter befindet sich eine durchgängige LED-Heckleuchte.
XPeng sieht den L03 zwar im Kompaktsegment und nennt als Hauptwettbewerber u. a. den Škoda Elroq oder den VW ID.4, doch entspricht die Länge ziemlich exakt der des Škoda Enyaq. Letztlich lässt sich das mit 1,60 Meter noch recht flache SUV-Coupé irgendwo zwischen Kompakt- und Mittelklasse einordnen.
Im Rahmen der Weltpremiere hatten wir schon einmal die Möglichkeit, in dem neuen XPeng Platz zu nehmen. Beim ersten Probesitzen sticht die bequeme Rückbank mit großzügigem Platzangebot positiv hervor. Trotz eines komplett ebenen und durchgängigen Innenraumbodens findet sich schnell eine entspannte Sitzposition. Das trifft freilich auch auf die vorderen Plätze zu, die vollständig elektrisch verstellbar sind, die Sitzposition speichern und natürlich auch heizen und kühlen können. Im Topmodell „Ultra“ (dazu gleich mehr) gibt es auch noch eine Massagefunktion.
Der Innenraum ist ansonsten aufgeräumt, luftig und mit vielen Ablagen ausgestattet. Die Materialauswahl überzeugt und liegt auf einem für das Preissegment äußerst gehobenen Niveau. Licht kommt in den Innenraum durch ein serienmäßiges Panoramadach mit über 1,3 Quadratmeter Fläche.
| Abmessungen und Gewichte | XPeng L03 |
|---|---|
| Länge: | 4,650 m |
| Breite (ohne Spiegel): | 1,920 m |
| Breite (mit Spiegel): | n. v. |
| Höhe: | 1,600 m |
| Radstand: | 2,850 m |
| Wendekreis: | n. v. |
| Kofferraum: | 367–1.137 l |
| Frunk: | 44–89 l |
| Leergewicht: | 1.945–2.015 kg |
| Anhängelast: | 1.500 kg |
| Stützlast: | 75 kg |
| Dachlast: | 75 kg |
Wie bei XPeng gibt es bis auf einige Lenkradtasten keine physischen Bedienelemente. Praktisch alle Funktionen werden über den großen, zentral platzierten Touchscreen oder über die neue, natürlichere Sprachfunktion bedient. Anders als in China gibt es auch noch ein Fahrerdisplay hinterm Lenkrad sowie ein serienmäßiges Head-up-Display.
Mit der neuesten Software (XOS 6.0) bringt XPeng als erster chinesischer Hersteller eine Google-Maps-Navigation ins Auto. Das hochauflösende Infotainment reagiert dabei zügig.
Neben einem sieben Liter großen Schubfach unterhalb der Rücksitzbank wurde auch Platz für einen mit 89 Litern nicht zu knapp bemessenen Frunk gefunden. Auch in den Allradmodellen dürfte er mit 44 Litern ausreichend groß für Ladekabel & Co. sein. Der Kofferraum misst allerdings nur unterdurchschnittliche 367 Liter, dafür lässt er sich – ein Novum bei asiatischen Autoherstellern – dreigeteilt umklappen und so flexibel erweitern. Es entsteht eine fast topfebene Ladefläche und ein Stauraum mit fast 1.100 Litern Volumen. Witziges Gimmick: An einem zusätzlichen Lochwandaufsatz können kleinere Gegenstände befestigt werden.
Unterhalb des Kofferraumbodens befindet sich noch ein weiteres Fach, in dem man z. B. die abnehmbare Anhängerkupplung transportieren kann. Diese steht bei allen Varianten als einziges Extra im Konfigurator und erlaubt das Ziehen von bis zu 1.500 Kilogramm schweren Anhängern.
Anders als seine größeren Geschwister fußt der L03 nicht auf einer 800-Volt-, sondern nur auf einer 400-Volt-Architektur. Dennoch haben es die Entwickler geschafft, die Ladezeiten auf 800-Volt-Niveau zu drücken. So sollen für eine Schnellladung von 10 auf 80 Prozent lediglich 20 Minuten vergehen. Grund dafür dürfte die hohe Ladeleistung sein, die je nach Akkuvariante bei 193 bzw. 236 kW in der Spitze liegt. Wechselstrom wiederum wird stets dreiphasig mit 11 kW geladen. Eine V2L-Funktion mit 6 kW Ausgangsleistung wird ebenfalls serienmäßig unterstützt.
Im Basismodell „RWD Standard Range“ kommt ein LFP-Akku mit 58,3 kWh (brutto) zum Einsatz, der an eine 180 kW starke E-Maschine im Heck gekoppelt ist und eine WLTP-Reichweite von 445 Kilometern ermöglicht. Der Sprint auf 100 km/h ist mit 7,5 Sekunden angegeben.
| RWD Standard Range | RWD Long Range | AWD Performance | |
|---|---|---|---|
| Leistung: | 180 kW | 180 kW | 285 kW |
| 0–100 km/h: | 7,5 s | 6,6 s | 4,5 s |
| Höchstgeschw.: | 180 km/h | 180 km/h | 180 km/h |
| Batterie (brutto): | 58,3 kWh | 71,2 kWh | 71,2 kWh |
| Zellchemie: | LFP | LFP | LFP |
| Reichweite (WLTP): | 445 km | 520 km | 440 km |
| Verbrauch/100 km (WLTP): | 15,3 kWh | 16,0 kWh | 18,4 kWh |
| Ladeleistung AC: | 11 kW | 11 kW | 11 kW |
| Ladeleistung DC: | 193 kW | 236 kW | 236 kW |
| Ladezeit DC (10–80 %): | 20 min | 20 min | 20 min |
| Preis DE: | ab 35.600 € | ab 38.600 € | ab 41.600 e |
| Preis AT: | ab 36.600 € | ab 39.600 € | ab 42.600 € |
Darüber rangiert die Variante „RWD Long Range“. Obwohl die Motorleistung identisch bleibt, verringert sich die Beschleunigungszeit um fast eine Sekunde. Die ebenfalls mit LFP-Zellen bestückte Batterie speichert hier 71,2 kWh, womit 520 Kilometer in Aussicht gestellt werden.
Beim stärksten Modell „AWD Performance“ steigert eine zusätzliche E-Maschine im Bug die Leistung auf 285 kW, wodurch sich die Sprintzeit auf 100 km/h auf nur 4,5 Sekunden reduziert. Alle Varianten werden bei 180 km/h elektronisch eingebremst.
Ab nächstem Jahr soll außerdem die „Ultra“-Version ausgeliefert werden, die auf dem „AWD Performance“ aufbaut. Im Vergleich zu den drei anderen Varianten bietet sie eine nochmals umfangreichere Ausstattung (u. a. ein besseres Soundsystem oder die erwähnten Massagesitze). Viel wichtiger ist jedoch der von XPeng selbst entwickelte „Turing AI Chip“.
Er bildet die Grundlage für die voraussichtlich ab dem kommenden Jahr erhältliche, autonome Fahrfunktion des Levels 2++. Das bedeutet, dass der Fahrer dauerhaft die Hände vom Lenkrad nehmen kann und das Fahrzeug sowohl inner- als auch außerorts selbstständig fährt. Der Fahrer muss jedoch aufmerksam bleiben, eingreifen können und trägt nach wie vor die volle Verantwortung. Zusätzlich profitiert der Ultra von weiteren Assistenzsystemen (z. B. automatischer Spurwechselassistent oder eine intuitivere Einparkautomatik).
Der L03 kann sowohl in Deutschland als auch in Österreich konfiguriert werden. Die Preise starten in Deutschland bei 35.600 Euro für den L03 RWD Standard Range. Die Long-Range-Ausführung kostet 3.000 Euro Aufpreis. Den AWD Performance gibt es ab 41.600 Euro. Diese drei Varianten sind stets identisch ausstaffiert. Die besser ausgestattete Ultra-Version schlägt mit 46.600 Euro zu Buche. In Österreich liegen die Preise jeweils 1.000 Euro höher. Die Auslieferungen dürften Ende des vierten Quartals beginnen.
XPeng macht beim L03 vieles richtig: Die üppige Serienausstattung ist in diesem Preissegment praktisch konkurrenzlos. Das Platzangebot ist gut, wenngleich manche Wettbewerber einen größeren Kofferraum vorweisen können. Der Basispreis wiederum darf als Kampfansage verstanden werden. Lediglich Tesla mit dem Model 3 kann hier noch mithalten.
Schwachpunkte finden sich beim ersten Kontakt daher nur auf der Angebotsseite: So gibt es die Ultra-Variante nur mit Allradantrieb und entsprechend geringerer Reichweite. Und eine „echte“ Long-Range-Version mit über 600 Kilometern ist ebenfalls nicht erhältlich. Dennoch hat der L03 mit seinem Gesamtpaket gute Karten, viele neue Kunden zu XPeng zu locken.
Fotos: XPeng
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Das Fahrzeug innen wie außen sieht aus wie eine Tesla Model Y Kopie, aber verbessert um einige Kritikstellen. Wenn das alles so gut funktioniert wie es aussieht, wird sich Tesla warm anziehen müssen. Und der deutsche Wettbewerb erst recht.
XPeng wird noch zeigen müssen, wie es mit der Langzeit-Qualität und dem Service aussieht, dann erst wird man sehen, ob das hier wirklich ein so gutes Angebot ist.