Smart #2: Elektrischer Zweisitzer feiert Comeback – erste Designstudie enthüllt

27.04.2026 von Carl Undéhn

Konzeptstudie auf der Auto China 2026 zeigt kompakten Stadtflitzer auf neuer ECA-Plattform

Smart bringt den legendären Zweisitzer zurück: Mit dem Smart #2 zeigt die Marke auf der Auto China 2026 in Peking erstmals eine Konzeptstudie des elektrischen Nachfolgers des eingestellten Fortwo. Die Serienversion wird erst im Herbst auf dem Pariser Autosalon enthüllt – bis dahin lässt diese Studie schon tief blicken.

Rückkehr eines Kultmodells

Smart steht kurz davor, eine neue elektrisch angetriebene Ausführung des inzwischen eingestellten Fortwo auf den Markt zu bringen – jenes kleine Zweisitzer-Stadtauto, das lange Zeit das Gesicht der Marke geprägt hat. (Wie es dazu kam, haben wir bereits in unserem Bericht zur Ankündigung des Smart #2 und auch zur Vorstellung des Smart #5 beschrieben.)

Teaserbilder, auf denen nur der Schatten des kommenden Modells namens Smart #2 zu sehen war, wurden bereits letztes Jahr veröffentlicht. Schon damals ließ sich erahnen, dass die neue Variante formtechnisch einige Ähnlichkeiten mit dem Original aufweisen würde.

Weltpremiere auf der Auto China 2026 in Peking

Nun bekommt man das Auto zum ersten Mal zu Gesicht: Anlässlich des smart Global Brand Events auf der Auto China 2026 hat Smart das Concept #2 in Peking präsentiert. Was gezeigt wird, ist allerdings eine Konzeptstudie – mit zahlreichen Elementen, die im Serienmodell mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu finden sein werden. Die Serienvariante soll erst im Herbst auf dem Pariser Autosalon enthüllt werden.

Wie bei den Modellen #1 und #3 stammt auch das Design des #2 vom Mercedes-Benz Global Design Team. Das Konzeptfahrzeug wirkt bewusst reduziert und konsequent auf wenige Designelemente beschränkt. Aufmerksamkeitsstark ist vor allem die Zweifarblackierung in mattem Weiß und warmem Gold – ein typisches Stilmittel für Konzeptfahrzeuge, das in der Serienversion kaum so übernommen werden wird. Die goldenen Elemente zitieren dabei die Tridion-Sicherheitszelle des Ur-Smarts.

Unterhalb der Oberfläche greift das Concept #2 die klassische „wheels-at-the-corners“-Architektur des Fortwo auf, was trotz minimaler Außenmaße einen im Vergleich großzügigen Innenraum ermöglicht.

Maße und Plattform: Etwas gewachsen, aber kompakt geblieben

Die Studie verrät einige konkrete Details über den Smart #2 – etwa die Länge von 2,79 Metern, was bedeutet, dass die neue Variante rund einen Dezimeter länger wird als der bisherige Fortwo.

Für den Stadtbetrieb praxisrelevant ist auch der angegebene Wendekreis von 6,95 Metern, mit dem sich das Fahrzeug in engen Parklücken und Gassen komfortabel manövrieren lässt.

Als Unterbau dient die Electric Compact Architecture (ECA) – eine eigenentwickelte Plattform von Smart, die speziell für kompakte Elektrofahrzeuge konzipiert wurde. Smart ist bekanntlich ein Joint Venture von Mercedes-Benz und der Geely.

Technische Daten Smart #2
Smart #2
Sitzplätze: 2
Reichweite (geschätzt): ca. 300 km
Ladezeit DC (10–80 %): < 20 min
Länge: 2,792 m
Wendekreis: 6,95 m
V2L (Vehicle-to-Load): vorhanden
Preis (geschätzt): > 20.000 und < 25.000 €

Was der #2 besser macht als der EQ Fortwo

Der elektrische Vorgänger, der Smart EQ Fortwo, war in der Praxis durch zwei große Schwächen limitiert: eine Reichweite von lediglich rund 135 Kilometern nach WLTP sowie eine fehlende Gleichstrom-Schnellladefähigkeit – geladen wurde ausschließlich per Wechselstrom mit maximal 22 kW.

Damit war er zwar ein brauchbares Stadtauto, längere Strecken oder spontane Fahrten blieben aber eine Herausforderung. Der #2 soll das ändern: Mit einer angestrebten Reichweite von knapp 300 Kilometern wird die Reichweite gegenüber dem Vorgänger damit mehr als verdoppelt. Allerdings handelt es sich dabei laut Smart ausdrücklich um Schätzwerte, keine offiziellen WLTP-Messungen.

Dazu kommt erstmals eine DC-Schnellladefähigkeit – ein überfälliger, aber wichtiger Schritt. Die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent wird mit unter 20 Minuten angegeben. Zudem soll der Smart #2 Vehicle-to-Load (V2L) unterstützen – also die Möglichkeit, externe Verbraucher direkt aus dem Fahrzeugakku mit Strom zu versorgen.

Beim Akku hält Smart sich noch bedeckt; auf Basis der Reichweitenangabe und des zu erwartenden Verbrauchs eines derart kompakten Fahrzeugs ist aber eine Kapazität von rund 35 kWh plausibel.

Preis: Einstieg in den „unteren 20.000ern“ angepeilt

Offizielle Preise dürfte Smart frühestens zur Weltpremiere des Serienmodells im Oktober 2026 in Paris nennen. Erste Signale zur Preispositionierung gab es allerdings schon früher: Der ehemalige Smart-Europachef Dirk Adelmann hatte zuletzt versprochen, dass der #2 der günstigste Smart im Portfolio werden soll – mit einem Einstiegspreis in den „unteren 20.000ern“.

Zum Vergleich: Der Fortwo kostete zuletzt ab 21.940 Euro. Damit wäre der #2 rund 50 Prozent günstiger als die großen Geschwister #1 und #3. Direkte Konkurrenten in dieser Größenklasse gibt es auf dem europäischen Markt kaum – am nächsten kommen ihm noch der Hyundai Inster oder der Renault Twingo Electric.

Fazit: Vielversprechender Neustart für den City-Zweisitzer

Mit dem Smart #2 zeigt die Marke, dass das Konzept des elektrischen Zweisitzers noch lange nicht ausgedient hat. Die technischen Eckdaten – vor allem die Ladezeit von unter 20 Minuten, die V2L-Unterstützung und ein Einstiegspreis in den unteren 20.000 Euro – klingen für ein Stadtauto dieser Kategorie schlüssig.

Ob das Serienmodell beim Pariser Autosalon im Oktober genauso überzeugt wie das Konzeptfahrzeug, bleibt abzuwarten. In der Nische des ultrakompakten Elektroautos dürfte Smart mit dem #2 jedenfalls kaum Konkurrenz fürchten müssen.

Fotos: Smart

Bildergalerie Smart #2

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