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EAM 02/2026 – April/Mai
Man munkelte bereits, dass das Facelift des ID.3 diesen zum ID. Golf machen würde – doch diese Spekulationen hat VW frühzeitig abgeräumt. Dennoch war der ID.3 Neo der Wolfsburger Ikone nie ähnlicher.
Da haben die VW-Designer noch einmal ordentlich Hand angelegt: Der ID.3 bekommt mit seinem zweiten Facelift (vor drei Jahren gab es bereits ein erstes, umfangreicheres Update) nicht nur den Zusatz „Neo“ verpasst, sondern auch eine umfangreich überarbeitete Front- und Heckgestaltung, ein modernisiertes Interieur und einen verbesserten Einstiegsmotor. Doch der Reihe nach.
Um die Parallelen zu bestehenden Modellen herzustellen, spendiert VW dem ID.3 Neo nun eine durchgängige Lichtleiste zwischen den Scheinwerfern, die sich unterhalb eines angedeuteten Kühlergrills erstreckt. Diese kleine Änderung rückt den Kompaktwagen optisch deutlich näher an das bekannte VW-Design heran.
Das schwarze Dach und die silberne Leiste über den Seitenscheiben spart sich VW künftig ebenfalls, wodurch der Stromer aufgeräumter, aber auch beliebiger aussieht. Die Heckklappe ist nun gleichermaßen klassisch gestaltet: Unterhalb der Heckscheibe ist diese durchgängig in Wagenfarbe lackiert und nicht mehr schwarz abgesetzt. Gerade von schräg hinten sieht der ID.3 Neo dem Golf nun zum Verwechseln ähnlich.
Auch im Innenraum merzt VW eine Vielzahl häufig genannter Kritikpunkte aus. Das beginnt beim neu gestalteten Lenkrad, das nun wieder über haptische und selbsterklärende Tasten verfügt, auf der anderen Seite jedoch etwas überladen wirkt.
Bei den Fensterhebern erinnert sich VW ebenfalls daran, dass eine Taste pro Scheibe intuitiver zu bedienen ist, als nur zwei mit separatem Umschalter. Ein kleines, aber oft kritisiertes Detail. Außerdem verzichten die Wolfsburger nun gänzlich auf die umständlichen Slider: Für die Lautstärke gibt es einen kleinen Drehknopf auf der Mittelkonsole und die Klimaanlage kann einerseits über den Touchscreen, andererseits aber auch über eine Schalterleiste unterhalb des 12,9 Zoll großen Infotainmentdisplays den Wünschen entsprechend eingestellt werden. Das Ganze ist selbsterklärend.
Ebenfalls profitiert die Materialqualität von der Überarbeitung: Man berührt nun häufiger unterschäumte Kunststoffe. Ein Premiumgefühl will sich aber trotzdem nicht einstellen.
Auf der digitalen Seite tut sich ebenso einiges: So blickt der Fahrer künftig auf einen großen Screen mit 10,25 Zoll Bildschirmdiagonale. Es zeigt nicht nur deutlich mehr Informationen an, sondern kann bei Bedarf auch die Navikarte einblenden. Wer es mit dem Motto „Back to the roots“ besonders ernst nimmt, kann sich die Tachoeinheit im Design der 80er-Jahre anzeigen lassen.
Wer diese Einstellung aktiviert, bedient die Multimediasoftware auf dem Hauptbildschirm dann über einen virtuellen Kassettenspieler. Doch davon unabhängig wurde die Software weiter verbessert, übersichtlicher gestaltet und reagiert gleichzeitig deutlich schneller, wenngleich VW das Tesla-Niveau in diesem Jahrzehnt wohl nicht mehr wird erreichen können.
Für den ID.3 Neo stehen ab sofort drei Leistungs- und drei Batteriestufen zur Auswahl. Verbaut wird der überarbeitete E-Motor mit der Bezeichnung APP350, der den Vorgängermotor APP310 ersetzt. Er liefert im neuen Basismodell „Trend“ 125 kW an die Hinterachse und ist an einen Akku mit nutzbaren 50 kWh Energieinhalt und LFP-Zellen gekoppelt. Die Reichweite beträgt hier bis zu 417 Kilometer – ein Plus von rund 30 Kilometer im Vergleich zum bisherigen Basismodell „Pure“. Auf 100 km/h beschleunigt diese Variante in 8,6 Sekunden. Die Ladezeit gibt VW mit 26 Minuten von 10 auf 80 Prozent an, wobei der Akku mit maximal 105 kW geladen wird.
Darüber rangiert die Variante mit 140 kW Leistung, 58 kWh Akkukapazität und LFP-Zellen, womit sich die Beschleunigung auf glatte acht Sekunden verbessert und die Reichweite auf bis zu 494 Kilometer anwächst. Der ähnlich platzierte Vorgänger „Pro“ kam auf maximal 435 Kilometer Reichweite. Diese Ausführung dürfte wohl künftig der Bestseller werden.
| 50 kWh | 58 kWh | 79 kWh | |
|---|---|---|---|
| Leistung: | 125 kW | 140 kW | 170 kW |
| 0–100 km/h: | 8,6 s | 8,0 s | 7,0 s |
| Höchstgeschw.: | 160 km/h | 160 km/h | 160 km/h |
| Batterie (netto): | 50 kWh | 58 kWh | 79 kWh |
| Zellchemie: | LFP | LFP | NMC |
| Reichweite (WLTP): | 417 km | 494 km | 630 km |
| Verbrauch/100 km (WLTP): | 14,9–13,9 kWh | 14,9–13,9 kWh | 15,7–14,4 kWh |
| Ladeleistung AC: | 11 kW | 11 kW | 11 kW |
| Ladeleistung DC: | 105 kW | 105 kW | 183 kW |
| Ladezeit DC (10–80 %): | 26 min | 26 min | 29 min |
| Preis DE: | ab 33.995 € | ab 39.195 € | ab 44.995 € |
| Preis AT: | n. v. | n. v. | n. v. |
Den Reichweitenchampion stellt die Variante mit 79-kWh-Speicher dar, womit bis zu 630 Kilometer nach WLTP möglich sein sollen. Der E-Motor leistet in diesem Fall 170 kW, womit die 100-km/h-Marke nach exakt sieben Sekunden erreicht wird. Geladen wird der große Akku mit bis zu 183 kW in der Spitze, die Ladezeit auf 80 Prozent beträgt dennoch nur mäßige 29 Minuten. Diese Variante ersetzt den „Pro S“, der bislang mit bestenfalls 560 Kilometern im Katalog stand.
Alle ID.3 Neo werden an Wechselstrom serienmäßig mit 11 kW aufgeladen und verfügen über eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L). Zusätzlich bringt VW mit dem Modellupdate endlich auch das One-Pedal-Driving in den ID.3.
Der VW ID.3 Neo kann in Deutschland bereits vorbestellt werden. Die Preise beginnen bei 33.995 Euro für die Version mit 50-kWh-Akku. Deie 58-kWh-Variante ist (in Verbindung mit der höheren Ausstattungslinie Life) für mindestens ab 39.195 Euro bestellbar, das Langstreckenmodell mit 79-kWh-Batterie steht ab ab 44.995 Euro in der Liste.
In Österreich startet der Vorverkauf im Mai. Sobald die Preise für Österreich feststehen, werden wir diese hier ergänzen. Die ersten Exemplare soll en im Juli 2026 in den Handel rollen.
Ja, vielleicht war der ID.3 bei seinem Marktstart 2020 für einen Volkswagen zu progressiv, die Plattform in vielen Punkten noch nicht ausgereift. Mit dem zweiten Facelift fügt er sich allerdings nun nahtlos in die Formensprache der Marke ein und dürfte künftig auch mit seinem Bedienkonzept keine Kunden mehr vergraulen. Mit den sparsameren Antrieben, der aktualisierten Software und neuen Funktionen zeigt er sich auf der Höhe der Zeit. Es ist zweifelsohne der beste ID.3, den es je gab – und sollte so auch gut genug sein, um die Wartezeit bis zum ID. Golf zu überbrücken, der gegen Ende des Jahrzehnts auf Basis der neuen SSP-Plattform erwartet wird.
Fotos: Martin Meiners, Volkswagen
In Deutschland ist der VW ID.3 Neo seit dem 16.04.2026 bestellbar. Die Preise wurden entsprechend ergänzt, außerdem weitere technische Daten hinzugefügt.
Der chinesische Kompaktwagen hat jüngst ebenfalls ein Facelift erhalten. In diesem Zuge wurde vor allem der Innenraum aufgewertet. Zur Wahl stehen Motoren mit 140 bis 320 kW sowie Batterien mit 62 bis 74 kWh (netto). Damit sind bestenfalls bis zu 545 Kilometer Reichweite möglich. Die Preise starten in Deutschland bei rund 43.000 Euro, in Österreich bei rund 39.000 Euro.
Die dritte Generation des Nissan Leaf rollt gerade erst frisch zu den Händlern. Der Leaf wird stets über die Vorderräder angetrieben und hat wahlweise 130 oder 160 kW. Der schwächere Motor ist an einen Akku mit 52 kWh gekoppelt, der bis zu 430 Kilometer Reichweite ermöglicht. Den stärkeren Motor gibt es in Verbindung mit einem 75-kWh-Speicher für 620 Kilometer Normreichweite. Die Preise beginnen bei rund 36.000 Euro.
Opel hat sein Kompaktmodell kürzlich ebenfalls aufgefrischt. Der Fünftürer fährt stets mit einem Akku mit 55 kWh nutzbarem Energieinhalt vor und ist mit einer 115 kW leistenden E-Maschine an der Vorderachse verbandelt. Damit sind bestenfalls 454 Kilometer Reichweite möglich. Zusätzlich gibt es eine Kombi-Version. Die Preisliste startet bei etwa 38.000 Euro.
| Abmessungen und Gewichte | VW ID.3 Neo |
|---|---|
| Länge: | 4,265 m |
| Breite (ohne Spiegel): | 1,809 m |
| Breite (mit Spiegel): | 2,070 m |
| Höhe: | 1,553 m |
| Radstand: | 2,764 m |
| Wendekreis: | 10,2 m |
| Kofferraum: | 383–1.336 l |
| Frunk: | — |
| Leergewicht: | 1.885–1.966 kg |
| Anhängelast: | — |
| Stützlast: | 75 kg |
| Dachlast: | — |
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