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EAM 02/2026 – April/Mai
Der Polo gehört zu den traditionsreichsten Modellreihen von Volkswagen. Lange angekündigt, zieht der Wolfsburger Autobauer nun das Tuch von der neuesten Generation des Kleinwagens. Dieser ist erstmals vollelektrisch und soll mit seinem Gesamtpaket neue Kundengruppen ansprechen. Wir konnten schon Platz nehmen.
Es hat ein wenig Anlauf gebraucht, bis VW endlich den finalen ID. Polo der Weltöffentlichkeit präsentieren konnte. Dieser fügt sich sowohl mit seiner Modellbezeichnung als auch beim Design nahtlos in die bekannte VW-Logik ein und hält sich mit optischen Überraschungen zurück. Doch das war nicht von Anfang an so geplant.
Werfen wir einen kurzen Blick zurück: Im Jahr 2021 vermittelte eine auf der IAA Mobility präsentierte Studie einen ersten Eindruck von einem kommenden E-Kleinwagen, der lange Zeit als ID.2 gehandelt wurde. Der Crossover-artige ID. Life fiel allerdings beim Vorstand durch, der ID.2 musste komplett neu gestaltet werden.
Dass die Überarbeitung keine falsche Entscheidung war, belegte dann zwei Jahre später die Studie ID. 2all, die deutlich mehr Applaus erntete. Die jetzt gezeigte Serienversion hat erfreulich viele Elemente des Concept Cars übernommen – und darf erstmals bei einem elektrischen VW-Modell den Namen einer Traditionsbaureihe tragen. Als Hinweis auf den ausschließlich mit E-Antrieb erhältlichen Kleinwagen prangt das „ID.“-Kürzel zusätzlich in weißen Lettern am Heck.
Bei der Front haben sich die Designer an etablierten Modellen orientiert und rücken die ID.-Fahrzeuge zumindest optisch näher an die Verbrenner-Palette heran. Nicht umsonst sieht der ID. Polo dem ID.3 Neo (hier alle Details zum Facelift erfahren) aus manchen Perspektiven zum Verwechseln ähnlich.
Die Proportionen entsprechen denen typischer Kleinwagen: In der Länge misst der Polo parkplatzfreundliche 4,05 Meter, bietet dennoch einen Radstand von 2,60 Meter. Der sorgt im Fond für gute Platzverhältnisse, wenngleich ausreichend Abstand zum größeren ID.3 gewahrt bleibt.
| Abmessungen und Gewichte | VW ID. Polo |
|---|---|
| Länge: | 4,053 m |
| Breite (ohne Spiegel): | 1,816 m |
| Breite (mit Spiegel): | 2,000 m |
| Höhe: | 1,530 m |
| Radstand: | 2,592 m |
| Wendekreis: | 10,9 m |
| cW-Wert: | 0,26 |
| cW x A: | 0,606 m² |
| Kofferraum: | 441–1.240 l |
| Frunk: | — |
| Leergewicht: | 1.568–1.576 kg |
| Anhängelast: | bis zu 1.200 kg |
| Stützlast: | 75 kg |
| Dachlast: | 75 kg |
Der Kofferraum erreicht mit seinen 441 Litern fast das Niveau eines Kompakt-SUVs – hier eingerechnet ist auch das Fach unterhalb des Kofferraumbodens, in das problemlos eine Kiste Wasser passt. Klappt man die Rücksitzlehnen um, können bis zu 1.240 Liter verladen werden. Einen Frunk gibt es hingegen nicht.
Im Cockpit orientiert sich der ID. Polo ebenfalls am größeren Bruder, die Cockpitlandschaft gleicht in vielen Punkten der des ID.3 Neo. Daher gibt es (etwas zu viele) haptische Lenkradtasten, die jedoch weitestgehend selbsterklärend sind. Die Knöpfe in der Tür entsprechen dem gewöhnten Layout. Dazu gibt es einen Drehregler für die Lautstärke und einige Schalter für die Klimaregelung. Das wird niemanden vor größere Rätsel stellen.
Dominiert wird das Cockpit jedoch von den zwei Bildschirmen: Der für den Fahrer misst 10 Zoll, ist übersichtlich gestaltet und kann bei Bedarf auch die Navi-Karte anzeigen. Das Infotainment-Display kommt auf 13 Zoll. Die Menüstruktur wurde überarbeitet, und auch hier zieht der ID. Polo mit dem ID.3 Neo gleich. Witziges Feature: Beide Bildschirme können per Fingertipp in ein Retro-Design umgeschaltet werden.
An der Sitzposition lässt sich ansonsten nichts aussetzen, die Verstellbereiche für Gestühl und Lenkrad sind ausreichend groß. Man sitzt allerdings grundsätzlich etwas erhöht. Auch in der einfachen Basisausstattung geht die Materialauswahl in Ordnung, der Kostendruck kann aber nicht ganz versteckt werden: Dafür kommt dann doch auch reichlich Hartplastik zum Einsatz. Andererseits, das sieht bei Wettbewerbern wie dem Renault 5, dem Kia EV2 oder dem Opel Corsa Electric auch nicht anders aus.
Anders als der ID.3 basiert der ID. Polo auf der elektrischen Frontantriebsarchitektur MEB+, die auch von den Modellen Cupra Raval, Škoda Epiq und VW ID. Cross verwendet wird. Bei dieser Plattform befindet sich ein Großteil der Hochvolt-Technik unter der Fronthaube. Nicht umsonst hat der ID. Polo seinen Ladeanschluss auch vorne rechts im Kotflügel. Eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) mit 3,6 kW ist Serie.
Außerdem installiert VW hier die neue Antriebseinheit APP290 – eine komplette Eigenentwicklung, die auch in Eigenregie gefertigt wird und eine Permanentmagnet-Synchronmaschine, das Ein-Gang-Getriebe sowie den Inverter in einer kompakten Einheit vereint. Serienmäßig werden außerdem Siliziumkarbid-Halbleiter im Inverter verbaut. Die vergleichsweise teure Technologie findet sonst eher in höherpreisigen Fahrzeugen Anwendung, sorgt aber für weniger Schaltverluste und damit für eine bessere Effizienz.
Der ID. Polo wird zunächst in drei Leistungsstufen angeboten, wobei das Topmodell in Form eines sportlichen ID. Polo GTI schon bestätigt wurde, aber erst später zu haben sein wird. Zunächst einmal gibt es jedoch wahlweise 85 kW, 99 kW oder 155 kW. Die beiden schwächeren Varianten sind stets an eine 37 kWh große LFP-Batterie gekoppelt, die sich in flotten 23 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden lässt. Für diese Akkuausführung stellt VW bestenfalls 329 Kilometer Reichweite nach WLTP in Aussicht.
| 37 kWh (85 kW) | 37 kWh (99 kW) | 52 kWh (155 kW) | |
|---|---|---|---|
| Leistung: | 85 kW | 99 kW | 155 kW |
| 0–100 km/h: | n. v. | n. v. | 7,1 s |
| Höchstgeschw.: | 160 km/h | 160 km/h | 160 km/h |
| Batterie (netto): | 37 kWh | 37 kWh | 52 kWh |
| Zellchemie: | LFP | LFP | NMC |
| Reichweite (WLTP): | 329 km | 329 km | 418–455 km |
| Verbrauch/100 km (WLTP): | 13,3 kWh | 13,3 kWh | 14,6–13,3 kWh |
| Ladeleistung AC: | 11 kW | 11 kW | 11 kW |
| Ladeleistung DC: | 90 kW | 90 kW | 105 kW |
| Ladezeit DC (10–80 %): | 23 min | 23 min | 24 min |
| Preis DE: | ab 24.995 € | n. v. | ab 33.795 € |
| Preis AT: | ab 25.490 € | ab 31.990 € | ab 35.290 € |
Diesseits des GTI stellt die Variante mit kräftigen 155 kW die Spitze dar. Sie ist ausschließlich mit dem 52-kWh-Speicher zu haben, der mit NMC-Zellen bestückt wird. Damit sind bis zu 455 Kilometer drin. Die Ladeleistung fällt mit 105 kW nicht allzu hoch aus, sie mündet jedoch in einer sehr konstanten Ladekurve. Dafür spricht die mit 24 Minuten gute Ladezeit für die Schnellladung von 10 auf 80 Prozent.
VW hat in Aussicht gestellt, dass der ID. Polo in Deutschland weniger als 25.000 Euro kosten soll. Dieses Versprechen löst der Autobauer mit einem Startpreis von 24.995 Euro auch knapp ein. Die Basisausführung „Trend“ wird jedoch erst ab Juli 2026 in Deutschland konfiguriert werden können. In Österreich ist diese Variante rund 500 Euro teurer.
| Citroën ë-C3 | Kia EV2 | Renault 5 | VW ID. Polo | |
|---|---|---|---|---|
| Version: | Standard Range | 42,2 kWh | 120 Urban Range | 85 kW (37 kWh) |
| Batterie (brutto/netto): | 44 kWh/43,7 kWh | 42,2 kWh/— | —/40 kWh | 38,5 kWh/37 kWh |
| Reichweite (WLTP): | 322 km | 317 km | 312 km | 329 km |
| Leistung: | 83 kW | 108 kW | 90 kW | 85 kW |
| max. Ladeleistung: | 100 kW | 118 kW | 80 kW | 90 kW |
| Preis DE: | ab 23.450€ | ab 26.600 € | ab 28.000 € | ab 24.995 € |
| Preis AT: | ab 25.460€ | ab 26.690 € | ab 27.560 € | ab 25.490 € |
Darüber ist die Ausstattung „Life“ positioniert, die mit kleinem und großem Akku erhältlich ist. Für die Variante mit 99-kW-E-Motor ist in Deutschland noch kein Preis bekannt gegeben worden, in Österreich werden 31.990 Euro aufgerufen.
Die Ausführung mit großem Akku, 155-kW-E-Motor und „Life“-Ausstattung ist in Deutschland wiederum bereits bestellbar: Hier werden mindestens 33.795 Euro fällig, in Österreich sind es 35.290 Euro. Damit siedelt sich der ID. Polo preislich oberhalb seiner Wettbewerber an.
| Kia EV2 | Opel Corsa Electric | Renault 5 | VW ID. Polo | |
|---|---|---|---|---|
| Version: | 61,0 kWh | Long Range | 150 Comfort Range | 155 kW (52 kWh) |
| Batterie (brutto/netto): | 61 kWh/— | 51 kWh/48,1 kWh | —/52 kWh | 55,0 kWh/51,7 kWh |
| Reichweite (WLTP): | 453 km | 429 km | 410 km | 455 km |
| Leistung: | 100 kW | 115 kW | 110 kW | 85 kW |
| max. Ladeleistung: | 118 kW | 100 kW | 100 kW | 90 kW |
| Preis DE: | ab 33.490 € | ab 31.490 € | ab 31.000 € | ab 33.795 € |
| Preis AT: | ab 33.690 € | ab 32.199 € | ab 30.560 € | ab 35.290 € |
Die Topausstattung „Style“ ist erst einmal nur in Verbindung mit der 52-kWh-Batterie zu haben. Kostenpunkt: 36.995 Euro in Deutschland respektive 41.990 Euro in Österreich. In beiden Ländern sind die Fahrzeuge zudem in limitierten Starteditionen erhältlich, die teilweise mit besonders umfangreicher Ausstattung glänzen. Mit fast 42.000 Euro bewegt sich der ID. Polo dann allerdings preislich im Bereich der Mittelklasse.
Das Design ist stimmig, das Platzangebot großzügig und der Preis – zumindest für das Basismodell – attraktiv. Keine Frage, der ID. Polo wird seinen Weg machen, denn viele Schwachpunkte, die bei den frühen ID.3 für Unbill gesorgt haben, hat VW konsequent ausgemerzt.
Wer hingegen in den Genuss der großen Reichweite kommen will, muss wieder tief in die Tasche greifen, zumal VW bekanntlich noch reichlich Ausstattungsoptionen bereithält. Hier wird sich zeigen müssen, ob VW diesen Preis dauerhaft wird durchsetzen können – oder im preissensiblen Kleinwagensegment dann doch die ein oder andere Alternative attraktiver erscheint.
Fotos: Ivo Hercik, Volkswagen
Der derzeit kleinste Elektro-Kia ist eine Mischung aus klassischem Fünftürer und Crossover. Der 4,06 Meter lange Kleinwagen ist mit 42 und 61 kWh großen Batterien erhältlich und schafft somit 317 bis 453 km. Wahlweise kann man ihn als Viersitzer mit variabler Rückbank oder als Fünfsitzer konfigurieren. Die Preise starten bei knapp unter 27.000 Euro.
Der Opel Corsa ist schon seit fast sieben Jahren mit einem Elektroantrieb erhältlich. Bestellt werden kann er mit 50 oder 51 kWh großen Batterien, die jeweils an einen E-Motor mit 100 bzw. 115 kW gekoppelt werden. Damit sind bestenfalls 429 Kilometer Reichweite möglich. Los geht es bei etwa 30.000 Euro.
Der Renault 5 hat sich in Europa zum Erfolgsmodell gemausert, obwohl er mit Listenpreisen ab etwa 28.000 Euro kein Schnäppchen ist. Dafür punktet er mit seinem Retro-Design und ist wahlweise mit 40 oder 52 kWh großen Akkus bestellbar. Die Reichweite beträgt bestenfalls 410 Kilometer.
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