Die Technik des VW ID. Polo

15.12.2025 von Robin Engelhardt

Kleines Auto, große Reichweite

Nächstes Jahr startet der elektrische ID. Polo. Gute vier Monate vor dem Vorverkaufsstart hat VW nun umfangreiche technische Daten veröffentlicht. Wir haben die wesentlichen Informationen zusammengefasst und ordnen ein, wie der ID. Polo damit im Vergleich zu den wichtigsten Wettbewerbern dasteht.

VW wickelt die ID.-Reihe optisch und im Namen Stück für Stück ab, behält die Technik aber bei. Statt Zahlen gibt es mittlerweile wieder die klassischen VW-Namen, so wurde aus dem ID.2 ein ID. Polo, dieser sieht dem klassischen Polo deutlich ähnlicher als der restlichen, teilweise sehr futuristischen ID.-Reihe.

Modularer Elektrobaukasten wird weiterentwickelt

Trotz Namensänderung bleibt die technische Grundlage des ID. Polo dieselbe, die auch schon in den früheren ID.-Modellen gewerkelt hat, der „Modulare Elektrobaukasten“, kurz: MEB. Der wurde aber stark weiterentwickelt, für die günstigeren E-Fahrzeuge angepasst und heißt deswegen jetzt MEB+.

Erstmals setzt VW deshalb in einem MEB-Fahrzeug auf einen reinen Frontantrieb. Angetrieben wird die Vorderachse von der neuen E-Maschine APP290. Zum Marktstart werden drei Leistungsstufen zur Verfügung stehen, später soll dann noch eine GTI-Version ergänzt werden.

Variantenvielfalt: zwei Batterie- und vier Antriebsoptionen

Ebenfalls mehrere Optionen gibt es bei der Batterie. Als Einstieg dienen 37 kWh mit LFP-Chemie, die für rund 300 Kilometer WLTP-Reichweite sorgen sollen. Wer weiter fahren möchte, kann zur 52-kWh-Version mit NMC-Zellen greifen, womit bis zu 450 WLTP-Kilometer möglich sein sollen.

Beim NMC-Akku findet zudem erstmals die Einheitszelle von PowerCo Anwendung, die in einer Cell-to-Pack-Bauweise in den Akku integriert wird.

Von den vier Leistungsstufen sind jeweils zwei fest mit einer Akkugröße verknüpft. Beim kleinen Akku gibt es 85 und 99 kW zur Auswahl, der große Speicher kommt zum Marktstart mit 155 kW und als GTI später noch mit 166 kW. Letzterer soll saftige 290 Nm liefern.

Mit 4,05 Metern Länge bleibt auch der elektrische Polo gleich lang wie sein Verbrenner-Vorgänger. In Breite (1,82 Meter) und Höhe (1,53 Meter) wächst er um wenige Zentimeter – irgendwo muss die Batterie ja hin. Besonders erfreulich ist die Anhängelast: Bis zu 1,2 Tonnen soll der kleine Stromer ziehen dürfen, womit er unter den elektrischen Kleinwagen ein echtes Alleinstellungsmerkmal hätte.

Teure SiC-Inverter im Kleinwagen?

Wie immer gibt VW alle Batteriewerte netto an, die 37 bzw. 52 kWh sind also real nutzbar. Die Verbräuche müssten demnach zwischen 11,5 und 12,5 kWh/100 km liegen, um die angegebenen Reichweiten zu erzielen. Das mag auf der Autobahn optimistisch sein, im Stadtverkehr erscheint es jedoch durchaus machbar. Helfen soll neben dem neuen Motor auch eine neue Leistungselektronik.

VW selbst spricht dabei lediglich von einem „neuen Pulswechselrichter“ mit „hochwertigen Materialien“, ohne technisch konkret zu werden.

Die Kollegen von Inside-EVs berichten, dass es sich dabei um einen SiC-Inverter (Silizumkarbid) handeln soll. Diese Technik ist dafür bekannt, die Effizienz deutlich zu steigern. Bisher findet man sie vor allem in höherpreisigen Fahrzeugen. VW wäre damit einer der ersten Hersteller, der diese Premiumtechnik in günstigere Segmente bringt – seitens Volkswagen ist diese Information allerdings noch nicht offiziell bestätigt.

Die Ladeleistung beträgt 90 kW für die kleine und 130 kW für die große Batterie – beides ordentliche Werte. Der Ladehub von 10 auf 80 Prozent soll damit in 27 beziehungsweise 23 Minuten erledigt sein. Damit wären selbst längere Strecken mit akzeptablen Pausen machbar.

Härterer Wettbewerb unter den Kleinwagen

Bisher ist das Angebot an elektrischen Kleinwagen noch überschaubar. Zu den direkten Wettbewerbern des ID. Polo zählen unter anderem der Citroën ë-C3, der technisch identische Fiat Grande Panda, außerdem der Renault 5 sowie der BYD Dolphin Surf. Der Opel Corsa Electric und der Peugeot E-208 sind weitere klassische Vertreter dieses Segments.

Halbwegs langstreckentauglich (ab etwa 400 Kilometer WLTP) sind davon allerdings nur wenige Modelle, etwa der Opel Corsa Long Range oder der Renault 5 Comfort Range, die beide über 30.000 Euro kosten.

Basisversion des ID. Polo im Vergleich
BYD Dolphin Surf Citroën ë-C3 Renault 5 VW ID. Polo
Version: Active Standard Range 120 Urban Range 37 kWh
Batterie (brutto/netto): 30 kWh/— 44 kWh/43,7 kWh —/40 kWh —/37 kWh
Reichweite (WLTP): 220 km 322 km 312 km ca. 300 km
Leistung: 65 kW 83 kW 90 kW 85 kW
max. Ladeleistung: 65 kW 100 kW 80 kW 90 kW
Preis DE: ab 22.990 € ab 23.300 € ab 27.900 € ab ca. 25.000 €
Preis AT: ab 22.390 € ab 25.300 € ab 27.390 € ab ca. 25.000 €

Mit dem ID. Polo sehen wir einen der ersten Kleinwagen, dessen technische Daten vor einigen Jahren nur mindestens eine Klasse höher verfügbar gewesen wären. Mit einer breiten Auswahl an Leistungsstufen und einem klassischeren Design kehrt VW zu seinen Wurzeln zurück und lässt die optischen Experimente der frühen ID.-Jahre hinter sich.

Topversion des ID. Polo im Vergleich
BYD Dolphin Surf Opel Corsa Electric Renault 5 VW ID. Polo
Version: Comfort Long Range 150 Comfort Range 52 kWh
Batterie (brutto/netto): 43,2 kWh/— 51 kWh/48,1 kWh —/52 kWh —/52 kWh
Reichweite (WLTP): 310 km 429 km 410 km max. 450 km
Leistung: 115 kW 115 kW 110 kW 155 kW
max. Ladeleistung: 85 kW 100 kW 100 kW 130 kW
Preis DE: ab 30.990 € ab 31.490 € ab 30.900 € N/A
Preis AT: ab 30.990 € ab 31.490 € ab 30.900 € N/A

Zudem ordnet sich der ID. Polo mit einem angekündigten Startpreis von „unter 25.000 Euro“ preislich in der Nähe des kleineren Hyundai Inster ein. Er ist zwar etwas teurer als der (ebenfalls kleinere) Renault Twingo, aber günstiger als der Renault 5 mit kleinem Akku.

Mit seinen zwei Batterievarianten könnte er beiden Renaults Konkurrenz machen. Unter Druck geraten könnten auch Fiat Grande Panda und Citroën ë-C3, die geringere Reichweiten, längere Ladezeiten und offenbar höhere Verbräuche bieten.

Stehen und fallen dürfte der Erfolg des ID. Polo am Ende jedoch auch mit der Frage, wie umfangreich und teuer die Aufpreisliste ausfällt. Denn so gut die technischen Daten auch sind: In der VW-Preislogik könnte ein gut ausgestatteter ID. Polo leicht die 30.000-Euro-Grenze knacken. Ein wenig Raum für den ebenfalls in den Startlöchern stehenden e-Up!-Nachfolger ID.1 muss schließlich auch bleiben.

Grafiken/Fotos: Volkswagen

Technische Daten VW ID. Polo (37 kWh) VW ID. Polo (52 kWh)
Antriebsart: Vorderradantrieb Vorderradantrieb
Leistung: 85–99 kW 155–166 kW
Drehmoment: N/A max. 290 Nm
Batterie (netto): 37 kWh 52 kWh
Reichweite (WLTP): ca. 300 km max. 450 km
Ladeleistung DC: 90 kW 130 kW
Ladezeit DC (10–80 %): 27 min 23 min
Leergewicht: ab 1.512 kg ab 1.515 kg
Preis: ab ca. 25.000 € N/A
Technische Daten Karosserie
Technische Daten VW ID. Polo (2026)
Länge x Breite x Höhe: 4,053 m x 1,816 m x 1,530 m
Radstand: 2,600 m
cW-Wert: 0,264
Kofferraum: 435–1.243 l
Anhängelast: max. 1.200 kg
Stützlast: 75 kg
  1. Olaf S sagt:

    Wie fährt er sich im Vergleich der anderen Wettbewerber?
    Die Gärtchen Frage lautet:
    Verdient VW damit Geld?
    Die Produktion wurde zumindest schon mal auf SSP light (MEB+) umgestellt.
    So wie es aussieht können hier zumindest mal keine Verluste wie beim ID 3 und 4 generiert werden.

  2. Norbert sagt:

    Im Vergleich zum alten E-Corsa sind die Verbesserungen nach ca. 5 Jahren überschaubar. Er ist höher und breiter und gleicht das mit einem besseren Cw -Wert wieder aus. Er hat vielleicht den effizienteren Motor und modernere Akkus, aber das ist im Vergleich zum Corsa 2025 mit 115kw nicht besonders. Er lädt nur minimal schneller und hat ein etwas größeres Drehmoment. Der einzige große Unterschied ist die Möglichkeit einer Anhängekupplung und der grössere Kofferraum . Das ist nicht viel.

  3. Nightrunner sagt:

    Der Polo ist in allem besser und das ist sehr viel. Der elektrische Corsa ist ein Stromer im Verbrenner-Kleid mit den entsprechenden Nachteilen, die beim elektrischen Polo fehlen.

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