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EAM 06/2025 – Dezember/Januar
Nachdem das Kürzel GTi bei Peugeot lange Zeit im Dornröschenschlaf lag, ist es endlich zurück – und zwar mit dem E-208 GTi, einem sportlichen Kleinwagen, der in jeder Hinsicht zeigen will, dass er es ernst meint. Die GTi-Version des beliebten französischen Kleinwagens ist nämlich kein niedliches Stadtauto mehr, sondern ein elektrischer Hot Hatch, der auch dementsprechend gefahren werden will.
Gedanklich katapultiert uns der E-208 GTi direkt zurück zum legendären 205 GTi, dem wohl bekanntesten Träger des Sportabzeichens der Löwenmarke. Und das ist kein Zufall: Beide sind bissige Kleinwagen mit ausgeprägten Sportgenen. Optisch macht der neue E-208 GTi auf den ersten Blick klar, dass er kein Standardmodell ist: Er liegt 30 Millimeter tiefer, die Spur ist vorne 56 und hinten 27 Millimeter breiter. Das verleiht ihm eine selbstbewusste Haltung auf der Straße.
Die sportliche Optik wird durch einen markanter Dachkantenspoiler und einen auffälligen Diffusor am Heck unterstrichen. Die Scheinwerfer erhalten leuchtend rote Akzente und schauen deutlich grimmiger drein als bisher. Die 18-Zoll-Felgen mit gelochtem Design referenzieren einerseits die Räder des 205 GTi und sorgen andererseits dank ihrer Bauweise für eine effiziente Kühlung der Bremsscheiben. Bereift ist der E-208 GTi übrigens mit Michelin Pilot Sport Cup 2 in der Größe 215/40-18.
Im Innenraum setzt sich der sportliche Charakter fort: Rote Akzente ziehen sich durch das Armaturenbrett und veredeln die Sicherheitsgurte und Ziernähte. Die Vordersitze mit integrierten Kopfstützen und roter Mittelbahn zitieren ebenfalls den klassischen GTi-Stil und versprechen obendrein ordentlich Seitenhalt.
Das oben wie unten abgeflachte Lenkrad aus perforiertem Leder und Alcantara trägt stolz ein rotes GTi-Emblem. Ambientebeleuchtung, Infodisplay und Instrumente leuchten standardmäßig rot, bleiben aber auf Wunsch individuell anpassbar. Das typische Peugeot i-Cockpit mit hoch positionierten Instrumenten und 10-Zoll-Infotainmentscreen sorgt für ein bisschen Vertrautheit im ansonsten stark modifizierten Interieur.
Unter der Haube arbeitet der bereits vom Abarth 600e und Alfa Romeo Junior Veloce bekannte Elektromotor, welcher satte 206 kW und 345 Newtonmeter Drehmoment auf die Vorderachse bringt. Damit sprintet der E-208 GTi in flotten 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 180 km/h begrenzt. Ein Sperrdifferenzial hilft, die Kraft optimal auf die Straße zu bringen. Die altbekannte 54-kWh-Batterie von CATL ist thermisch optimiert und laut Peugeot für einen sportlichen Fahrstil ausgelegt.
Gemäß WLTP sind bis zu 350 Kilometer Reichweite möglich – realistisch natürlich weniger bei zügiger Fahrt und häufigen Beschleunigungseskapaden, aber der sportliche Babylöwe wird vermutlich auch nur in den seltensten Fällen als Erstwagen genutzt werden. An einer 100-kW-Ladesäule lädt der Akku in knapp unter 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent, hier gibt es keine Änderung gegenüber dem regulären E-208.
Das Fahrwerk des Kompaktsportlers stammt von Peugeot Sport und wurde eigens für den Neuen im Bunde entwickelt. Hydraulische Anschläge an den Federn, ein verstärkter hinterer Stabilisator und ein Gewicht-Leistungs-Verhältnis von lediglich 7,7 kg pro Kilowatt sorgen für eine messerscharfe Lenkung und Agilität, verspricht der Hersteller.
Die Lenkung ist direkter abgestimmt und das ESP bietet einen Track-Modus, der auf Wunsch komplett deaktiviert werden kann. Gebremst wird anhand von 355-mm-Scheiben mit Vierkolben-Bremssätteln.
Wer sich in den elektrischen Hot Hatch verguckt hat, dem können wir das nicht verübeln. Allerdings ist zunächst noch etwas Geduld gefragt, denn Peugeot öffnet die Bestellbücher für den E-208 GTi erst im Herbst. Die Auslieferungen starten dann Anfang 2026.
Offizielle Preise gibt es derzeit noch nicht, doch mit Blick auf vergleichbare Modelle wie den Mini John Cooper Works Electric (ab 39.700 Euro in DE; ab 42.900 Euro in AT) oder der Alpine A290 GT (ab 41.900 Euro bzw. ab 41.700 Euro) ist mit einem ähnlichen Preisniveau zu rechnen. Einen direkten Konkurrenten aus dem VW-Konzern in Form des ID.2 GTI darf man in den nächsten Jahren ebenfalls erwarten.
Der E-208 GTi bringt die ikonische Sportmarke zurück in die Gegenwart und kombiniert klassische GTi-Designcodes mit einer Leistung, die im elektrischen B-Segment definitiv Eindruck schindet. Für jene Elektromobilisten, die Spaß am Fahren suchen und französischen Charme wertschätzen, könnte der Kleine einen idealen Zweitwagen darstellen. Ob Peugeot mit dem E-208 GTi allerdings die alteingesessenen 205 GTi-Fans überzeugen kann, wird sich erst noch zeigen müssen.
Fotos: Peugeot
Pro:
Contra:
Die technische Basis teilt sich der Peugeot E-208 GTi mit dem Abarth 600e. Das kompakte SUV ist wahlweise mit 175 oder 207 kW Leistung gesegnet und darf damit bis zu 200 km/h schnell fahren. Der Nullhundert-Sprint ist in 6,2 bzw. 5,9 Sekunden erledigt. Die Preise startet jedoch erst bei rund 45.000 Euro.
Lesetipp: Unser Fahrbericht in der Elektroautomobil-Ausgabe 03/2025.
Die Alpine A290 steht zu Preisen ab 38.700 Euro (DE) bzw. 38.400 Euro (AT) in der Liste. Dafür erhält man den Frontriebler in der GT-Version mit 130 kW Leistung und 160 km/h Spitze. Für einen Aufpreis von über 3.000 Euro erstarkt die Alpine auf 160 kW, womit die Höchstgeschwindigkeit auf 170 km/h angehoben wird. Der Sprint dauert 6,4 bis 7,4 Sekunden.
Lesetipp: Unser Fahrbericht in der Elektroautomobil-Ausgabe 01/2025.
Der sportlichste Mini kommt als John Cooper Works auf 190 kW Leistung und beschleunigt in knapp unter sechs Sekunden auf 100 km/h. Schluss ist erst bei 200 km/h. Zu haben ist der Power-Kleinwagen ab 39.700 Euro in Deutschland und 42.900 Euro in Österreich.
| Technische Daten | Peugeot E-208 GTi |
|---|---|
| Antriebsart: | Vorderradantrieb |
| Leistung: | 206 kW |
| Drehmoment: | 345 Nm |
| Batterie (brutto): | 54 kWh |
| Ladeleistung AC: | 11 kW |
| Ladeleistung DC: | 100 kW |
| Ladezeit DC (20–80 %): | ca. 30 min |
| Höchstgeschw.: | 180 km/h |
| 0–100 km/h: | 5,7 s |
| Reichweite (WLTP): | max. 350 km |
| Verfügbarkeit: | Bestellstart: Herbst 2025, Auslieferungen: Anfang 2026 |
| Preis DE: | ca. 40.000 € (geschätzt) |
| Preis AT: | ca. 40.000 € (geschätzt) |
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