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EAM 06/2025 – Dezember/Januar
Der Opel Mokka gehört seit seiner Neuauflage zu den zentralen Modellen im Portfolio des Rüsselsheimer Autobauers. Als erster Träger des neuen Vizor-Designs markierte er 2020 einen entscheidenden Wendepunkt in Opels Markenauftritt und mauserte sich zu einem der meistverkauften Fahrzeuge des Herstellers in Europa. Mit dem Mokka GSE präsentiert Opel nun eine sportlich positionierte Variante des beliebten Kompakt-SUVs.
Nein, der Antrieb des Mokka GSE ist kein Unbekannter: Der 207 kW starke Elektromotor mit 345 Nm sofort anliegendem Drehmoment kommt bereits in Modellen wie dem Abarth 600e, dem Peugeot E-208 GTi und dem Alfa Romeo Junior Veloce zum Einsatz. Auch Opel greift nun auf den potenten Stellantis-Motor zurück, betont jedoch, dass man bei der Entwicklung des Antriebsstrangs eng eingebunden gewesen sei. Ziel sei es gewesen, die Charakteristik speziell auf die eigene Markenidentität zuzuschneiden.
Als Energiespeicher dient der bereits vom regulären Mokka Electric bekannte, 54 kWh große Lithium-Ionen-Akku, welcher bis zu 336 Kilometer Reichweite nach WLTP ermöglichen soll. Somit büßt man im Mokka GSE knapp 70 Kilometer gegenüber dem klassischen Mokka Electric ein, aber dafür soll der Sprint von 0 auf 100 km/h in lediglich 5,9 Sekunden gelingen und anstelle von 150 km/h sind bis zu 200 km/h möglich.
Technisch basiert das Fahrzeug auf diversen Komponenten aus dem Rallyesport: Motor, Inverter, Batterie und andere Hochvolt-Bauteile stammen direkt aus dem Mokka GSE Rally, welcher im Mai im Rahmen der ELE Rally seine Premiere feierte und in der nächsten Saison des ADAC Opel Electric Rally Cup antreten wird.
Das GSE-spezifische Chassis setzt auf speziell konstruierte Achsen und neu entwickelte Stoßdämpfer, die Vorderräder werden über ein Torsen-Lamellen-Sperrdifferenzial angetrieben und auch das Fahrwerk und die Bremsanlage wurden laut Hersteller optimiert.
Optisch ist das sportliche Mokka-Derivat vorrangig an der nachgeschärften Frontschürze mit GSE-Badge sowie an seinen gelben Bremssätteln und 20-Zoll-Leichtmetallrädern zu erkennen. Insbesondere letztere lassen das bisher mit maximal 18 Zoll bereifte Modell wie ein ambitioniertes Showcar wirken und betonen den dynamischen Charakter des Kompakt-SUVs.
Die Rad-Reifen-Kombination mit Michelin Pilot Sport EV der Dimension 225/40 R20 wurde speziell für den Mokka GSE entwickelt. Eine eigene GSE-Farbpalette gibt es allerdings nicht, das Fahrzeug kann somit in sämtlichen Lackierungen bestellt werden, die auch beim „normalen“ Mokka konfigurierbar sind.
Innen gibt es ein dezent abgeflachtes Lenkrad sowie Alcantara-Sportsitze mit gelb gesteppten Ziernähten und einem weißen Dekorationsstreifen. Das digitale Fahrerinfodisplay ist weitestgehend mit dem des Mokka Electric identisch, verfügt jetzt aber noch über ein zusätzliches GSE-Menü. Hier werden beispielsweise Batterietemperatur und -spannung angezeigt.
Seine offizielle Premiere feiert der Mokka GSE im September auf der IAA Mobility in München. Preise möchte uns Opel bislang nicht verraten. Angesichts der Leistungsdaten und der sportlichen Ausrichtung dürfte die GSE-Variante jedoch deutlich oberhalb des zivilieren Elektro-Mokka positioniert sein – und der zählt mit einem Einstiegspreis von rund 37.000 Euro ohnehin bereits zu den teureren Mitbewerbern im Segment. Insofern wird uns ein Einstiegspreis zwischen 40.000 und 45.000 Euro nicht überraschen.
Mit dem Mokka GSE erweitert Opel seine Modellpalette um eine Variante, die stärker auf Performance und Design setzt und damit gezielt Fans der Rüsselsheimer Traditionsmarke ansprechen dürfte, denen der reguläre Mokka Electric mit seinen 115 kW Motorleistung zu brav erscheint. Der zu erwartende Basispreis von über 40.000 Euro unterstreicht die Ausrichtung als Fahrzeug für Fans.
Wer aber auf der Suche nach einem expressiven Elektro-Kompaktsportler mit echter Rallye-DNA ist, findet im Opel Mokka GSE eines der aktuell spannendsten und optisch attraktivsten Modelle.
Fotos: Opel
Pro:
Contra:
Unter den sportlichen Kompakt-SUV tummelt sich unter anderem der Abarth 600e, mit dem sich der Mokka GSE weite Teile der Technik teilt. Der Sportler mit dem Skorpion im Logo leistet 175 oder 207 kW rennt ebenfalls bis zu 200 km/h schnell. Der Sprint auf 100 km/h ist nach 6,2 bzw. 5,9 Sekunden Geschichte. Mit rund 45.000 Euro ist der Abarth selbstbewusst eingepreist.
Lesetipp: Unser Fahrbericht in der Elektroautomobil-Ausgabe 03/2025.
Zu den technischen Geschwistern gehört auch der Junior Elettrica 280 Veloce. Der Alfa steht gar erst für fast 49.000 Euro in der Liste, teilt sich die Leistungsdaten mit dem Opel. Auch bei den Fahrleistungen herrscht Gleichstand, entsprechend sind 200 km/h und 5,9 Sekunden die typischen Kennwerte des 207 kW starken Stromers.
Der John Cooper Works Aceman von Mini ist mit einem Basispreis von 42.200 Euro (in Deutschland) bzw. 44.900 Euro (in Österreich) nicht die teuerste Alternative im Vergleich. Dafür leistet der Antrieb aber auch „nur“ 190 kW, weshalb der Sprint auf 100 km/h mit 6,4 Sekunden beziffert wird. Schluss ist bei 200 km/h.
| Technische Daten | Opel Mokka GSE |
|---|---|
| Antriebsart: | Vorderradantrieb |
| Leistung: | 207 kW |
| Drehmoment: | 345 Nm |
| Batterie (brutto): | 54 kWh |
| Höchstgeschw.: | 200 km/h |
| 0–100 km/h: | 5,9 s |
| Reichweite (WLTP): | max. 336 km |
| Leergewicht: | < 1.600 kg |
| Verfügbarkeit: | Bestellstart voraussichtlich Q4/2025 |
| Preis DE: | ca. 40.000 € (geschätzt) |
| Preis AT: | ca. 40.000 € (geschätzt) |
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