Vorstellung: Hyundai Ioniq 6 N

10.07.2025 von Thomas Geiger

Der nächste Stromstoß aus Korea

Mit dem Ioniq 5 N hat Hyundai gezeigt, wie sportlich Elektromobilität sein kann. Jetzt schicken die Koreaner die viertürige Limousine Ioniq 6 als nächstes Hochleistungsmodell ins Rennen – und machen ernst mit der elektrischen Fahrfreude. Was der neue Ioniq 6 N kann und warum er nicht nur auf dem Papier beeindruckt, zeigt unser Überblick.

Hyundai lässt nicht locker: Nachdem die Koreaner schon vor knapp zwei Jahren mit dem Ioniq 5 N (lesen Sie hier unseren Fahrbericht) Lust auf Sport gemacht haben, legen sie jetzt mit einer heißen Version des Ioniq 6 noch einmal nach und locken auch den letzten Zweifler auf die Nordschleife. Nur um zu beweisen, dass auch Elektroautos elektrisieren und sogar das Blut von Petrolheads zum Kochen bringen können.

Allerdings hat das Vergnügen seinen Preis: Wenn das zweite elektrische N-Modell aus Korea zum Jahresende in den Handel kommt, dürften rund 80.000 Euro auf der Rechnung stehen – das wären 20.000 Euro mehr als beim aktuellen Top-Modell.

Umfangreich modifiziertes Fahrwerk

Dafür wird dem eiligen E-Fahrer allerdings auch einiges geboten. Denn so gründlich wie sonst nur AMG oder die M GmbH, von der sie im Entwicklungszentrum Namyang viele Bodybuilder abgeworben haben, hat die N-Division den Ioniq 6 in jeder Disziplin trainiert und optimiert.

Das Design ist schnittiger, die Aerodynamik wird mit aktiven Aero-Curtains effektiver und der Anpressdruck mit dem großen Heckflügel größer. Das adaptive Fahrwerk ist ausgefuchst und hat eine sechs Zentimeter breitere Spur.

Die Fahrdynamikregelung mitsamt des Torque Vectorings bietet vom Drift-Mode bis zum Track-Trainer mehr Möglichkeiten als jede Playstation – und die Motoren haben Kraft bis zum Abwinken.

Antrieb aus dem Ioniq 5 N

Wo in der Serie bislang bei 239 kW Schluss war, stehen jetzt 478 kW im Datenblatt, und die Drehmomentkurve gipfelt bei 770 Nm. Damit sprintet der Ioniq 6 N in 3,2 Sekunden auf 100 km/h und schafft immerhin 257 km/h Spitze.

Und weil Beschleunigung alleine in der E-Welt schnell an Reiz verliert, kitzelt Hyundai wie beim Ioniq 5 wieder heftig alle Sinne: Wer will, hört einen fast schon authentischen Motorsound mit anschwellender Drehzahl und spielt mit einem simulierten Doppelkupplungsgetriebe, das sogar einen Drehzahlbegrenzer vorgaukelt und Schaltrucke simuliert. Viel näher kann ein Elektroauto dem klassischen GTI-Gefühl nicht kommen.

Schnell fahren, schnell laden

Zumindest, solange genug Saft im Akku ist. Der hat zwar 84 kWh und die bekannte 800-Volt-Architektur, sodass am 350-kW-Lader 18 Minuten für 10 auf 80 Prozent genügen.

In der Norm sollten knapp 500 Kilometer möglich sein, aus denen im Alltag dann wohl eher 300 bis 400 werden. Doch für ein 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife taugen die elektrischen N-Modelle noch nicht.

Macht aber nichts. Denn wenn der Ioniq 6 N genauso elektrisierend ist wie der Ioniq 5 N – und dafür spricht dank der noch besseren Balance und des tieferen Schwerpunkts einiges –, dann braucht auch der Fahrer nach zwei, drei Runden dringend eine Pause und ist dankbar für den Ladestopp.

Fazit: Hyundai legt nach

Dass Hyundai eine Sportversion des Ioniq 6 bringen wird, haben sie mit der Studie RN22e früh angekündigt (mehr zur Studie erfahren). Ausgerüstet mit dem Antrieb des Ioniq 5 N erwartet uns hier ein weiterer ernst zu nehmender Elektro-Sportler, der dabei den Alltag nicht vergisst.

Fotos: Hyundai

Pro & Contra: Hyundai Ioniq 6 N

Pro:

  • hohe Fahrdynamik mit umfangreiche Verstellmöglichkeiten
  • beeindruckende Fahrleistungen
  • voraussichtlich umfangreiche Serienausstattung

Contra:

  • kein Frunk
  • voraussichtlich hoher Verbrauch
  • kleiner Kofferraum

Drei Alternativen zum Hyundai Ioniq 6 N

BMW i4 M60

Fahrdynamisch ist der BMW i4 M60 eine Wucht, bietet jedoch nicht die Verspieltheit des Hyundais und somit auch weniger Verbrenner-Simulation. Die Preise der Fließhecklimousine beginnen bei rund 73.000 Euro, wofür man einen 442 kW starken Allradantrieb und 550 Kilometer Reichweite erhält.

Tesla Model 3 Performance

Teslas sportliche Speerspitze liefert 338 kW an die vier Räder und kommt bis zu 528 Kilometer weit. Damit sprintet er in nur 3,1 Sekunden auf 100 km/h, allerdings nach Abzug des One-foot-Rollouts. Vergleichsweise niedrig ist der Preis: Ab 58.490 Euro geht es los.

Xiaomi SU7 Ultra

Xiaomi stellt gerade neue Elektroauto-Rundenrekorde auf der Nordschleife mit seiner Limousine SU7 Ultra auf. Die Standard-Version benötigt weniger als zwei Sekunden auf 100 km/h und fährt bis zu 350 km/h schnell. Dafür sorgen 1.138 kW Leistung. Wer noch mehr will, bestellt das Nordschleifen-Paket. Allerdings erst einmal nur in China.

Lesetipp: Hyundai Ioniq 5 N im Test

Wir haben kürzlich den Hyundai Ioniq 5 N ausführlich getestet und sowohl die fahrdynamischen Fähigkeiten ausgelotet als auch die Alltagstauglichkeit untersucht. Den vollständigen Test inklusiver aller Daten, Verbrauchs- und Reichweitenmessungen und der Ladekurve gibt es in der Elektroautomobil-Ausgabe 02/2025.

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Bildergalerie Hyundai Ioniq 6 N

Technische Daten Hyundai Ioniq 6 N
Fahrzeugklasse: Mittelklasse (D-Segment)
Karosserie: Limousine
Sitze/Türen: 5/4
ANTRIEB
Antriebsart: Allradantrieb
Leistung: 478 kW
Drehmoment: 770 Nm
BATTERIE & LADESTANDARD
Spannungsklasse: 800 V
Zellchemie: NMC
Energieinhalt (brutto): 84 kWh
Ladeleistung AC: 11 kW
Ladeleistung DC: 260 kW
Ladezeit AC (0–100 %): N/A
Ladezeit DC (10–80 %): 18 min
FAHRLEISTUNGEN
Höchstgeschw.: 257 km/h
0–100 km/h: 3,2 s
REICHWEITE & VERBRAUCH
Reichweite (WLTP): ca. 500 km (geschätzt)
Verbrauch (WLTP): N/A
ABMESSUNGEN & GEWICHT
L x B (ohne Spiegel) x H: 4,935 m x 1,940 m x 1,495 m
Radstand: 2,965 m
Gepäckraum: N/A
Frunk:
Leergewicht: N/A
Zuladung: N/A
Anhängelast (g/u): N/A
cW-Wert: 0,27
PREIS & VERFÜGBARKEIT
Verfügbarkeit: Bestellstart: Q4/25
Preis DE: ca. 80.000 € (geschätzt)
Preis AT: ca. 80.000 € (geschätzt)

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