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EAM 06/2025 – Dezember/Januar
Bereits zum vierten Mal hat das Beratungs- und Marktanalyseunternehmen UScale Elektroautofahrerinnen und Elektroautofahrer nach ihrer Zufriedenheit mit ihrem Fahrzeug befragt. Während der Zuspruch insgesamt steigt, zeigen sich enorme Unterschiede zwischen den Marken.
Um die Daten zu ermitteln, hat UScale im Zeitraum Mai bis Juni dieses Jahres über 5.000 Elektroautofahrerinnen und Elektroautofahrer zu unterschiedlichen Kriterien ihrer Fahrzeuge befragt. Im Gesamtbild wächst die Zufriedenheit – insbesondere bei der Reichweite.
So berichten 50 Prozent der Befragten von „echten“ Sommerreichweiten von 400 Kilometern und mehr; ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 38 Prozent. Die technischen Fortschritte bei Verbrauch und Akkugröße schlagen sich hier offensichtlich in den Praxisreichweiten nieder. Rund 80 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer halten diese Reichweite für gut oder sogar sehr gut.
Bei der Ladeleistung hat sich die Zufriedenheit dagegen nicht erhöht. Zwar geben drei von vier Befragten an, Ladeleistungen von über 150 kW und mehr zu schaffen, allerdings zeigen sich damit nur etwa zwei Drittel der Fahrerinnen und Fahrer zufrieden. Ein Jahr zuvor lag der Wert noch bei 71 Prozent.
Neben Reichweite und Ladeleistung – praktisch die Dauerbrenner bei Elektrofahrzeugen – sehen die Befragten die größten Handlungsfelder bei EV-typischen Funktionen: der Routenplanung mit Ladestopps, der Fahrzeug-App sowie der Software-Qualität insgesamt.
Außerdem hat UScale die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach ihrer Gesamtzufriedenheit befragt: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Ihre Marke einem Freund oder einem Kollegen weiterempfehlen würden?“ Diesen Index führte Tesla lange Zeit an, wurde nun aber auf Platz fünf durchgereicht.
Kurz zur Vorgehensweise: Der Net Promoter Score (NPS) gibt Aufschluss über die Gesamtzufriedenheit mit einem Produkt und wird auf einer Skala von 0 bis 10 ermittelt. Antworten mit 9 und 10 gelten als Promoter, Rückmeldungen mit 7 und 8 werden nicht berücksichtigt und 0 bis 6 werden als Kritiker eingestuft. Vom Anteil der Promoter wird der Anteil der Kritiker abgezogen. In der Summe konnte der NPS über alle Befragten hinweg im Vergleich zum Vorjahr deutlich zulegen – und zwar von 24 auf 33 Punkte. Das ist der bislang beste Wert, den UScale ermittelt hat.
Viel Bewegung gab es auch im Zufriedenheits-Ranking. So konnte sich der Neueinsteiger XPeng mit einem NPS von 81 den Spitzenplatz sichern – ein enorm hoher Wert. Besonders zufrieden sind die Kundinnen und Kunden mit Reichweite, Ladeleistung und Verbrauch; bemängelt wurde hingegen die Routenplanung.
Auf dem zweiten Platz folgt – wie schon in den Jahren zuvor – Porsche. Die Marke überzeugt konstant mit hoher Ladegeschwindigkeit und kommt auf einen NPS von 71. Der neue Elektro-Macan war in der Studie allerdings noch mit einer kleinen Stichprobe vertreten; hier zeigen sich bereits deutliche Verbesserungen bei der Reichweite gegenüber dem Taycan . Hier wurden vermutlich vor allem die Vorfacelift-Modelle kritisiert.
Polestar lag in den letzten Jahren zwar stets im vorderen Drittel, konnte nun aber erstmals einen Treppchenplatz ergattern. Der NPS liegt bei 64 Punkten. Die Kundinnen und Kunden schätzen das Bedienkonzept, die Routenplanung und die Konnektivität, sehen jedoch bei Reichweite und Verbrauch Nachholbedarf.
Knapp dahinter folgt BMW auf Platz vier mit einem NPS von ebenfalls 64. Die Marke punktet aus Nutzersicht mit einem ordentlichen Bedienkonzept, guter Konnektivität und Software. Bei Reichweite und Ladeleistung müssen die Münchner jedoch nachlegen.
Erst auf Platz fünf mit einem NPS von 50 landet Tesla. Der bisherige Marktführer fällt vor allem wegen seiner nicht mehr zeitgemäßen Ladegeschwindigkeit zurück. Laut den Studienautorinnen und Studienautoren trägt auch der deutliche Imageverlust durch das politische Engagement von CEO Elon Musk zur schlechteren Positionierung bei.
Unter den Schlusslichtern befinden sich mit Fiat (NPS 20), Peugeot (-37) und Opel (-45) gleich drei Stellantis-Marken. Hauptkritikpunkte sind Konnektivität und Lademanagement (Fiat) sowie die Software (Opel, Peugeot). Hier bleibt abzuwarten, ob die neuen Modelle auf der STLA-Medium-Plattform – etwa der Opel Grandland Electric oder der Peugeot E-5008 – eine sichtbare Verbesserung bei der Kundenzufriedenheit bringen.
Unter den letzten fünf Plätzen haben sich mit MG (-13) und Smart (9) außerdem zwei chinesische Marken einsortiert, die bei Software und Konnektivität nicht überzeugen können. Bei Smart stehen vor allem die Modelle #1 und #3 in der Kritik. Hier könnte der neue Smart #5 für eine Trendwende sorgen.
Die gute Nachricht aus der Studie lautet: Die Fortschritte bei der Entwicklung neuer E-Fahrzeuge und die zahlreichen Verbesserungen bei bestehenden Elektromodellen schlagen sich in einer wachsenden Gesamtzufriedenheit nieder. Die Konsumentinnen und Konsumenten sind jedoch deutlich kritischer als in früheren Jahren – was auf die größere Verbreitung in der Masse zurückgeführt werden kann.
Allerdings ist die Zufriedenheit extrem ungleich verteilt. Während Kundinnen und Kunden der Marken XPeng, Porsche und Polestar mit einer hohen Weiterempfehlungsrate überzeugen, müssen Peugeot, MG und Opel deutlich nachbessern.
Fotos: D. Rebmann, C. Laszlo, Hersteller
Quelle(n): UScale EV-Zufriedenheitsstudie 2025
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