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EAM 01/2026 – Februar/März
Lange galten klassische Kombis als eine aussterbende Gattung. Doch der Markt beginnt sich allmählich zu drehen: Immer mehr Hersteller entdecken die Karosserieform neu – nicht nur wegen ihrer Alltagstauglichkeit, sondern auch als Antwort auf die allseits vorherrschende SUV-Müdigkeit. Ein Überblick über die aktuellen vollelektrischen Kombi-Modelle.
Das Angebot an kompakten elektrischen Kombis für den schlanken Geldbeutel bleibt leider auch 2025 überschaubar. Derzeit gibt es nur drei Kandidaten, von denen einer sogar nur noch auf dem Gebrauchtwagenmarkt oder als Tageszulassung gefunden werden kann:
Mit dem Astra Sports Tourer (lesen Sie hier unseren Fahrbericht) hat Opel einen echten Kombi-Klassiker in einer vollelektrischen Variante im Programm. Der 115 kW starke Fronttriebler basiert auf der EMP2-Plattform und wird von einem 54-kWh-Akku (netto rund 51 kWh) gespeist. Die offizielle WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 416 Kilometern. Der Laderaum variiert je nach Sitzstellung zwischen 516 und 1.553 Litern – recht solide Werte für Familien und Flottenkunden.
Opel hat den Einstiegskurs des Kombis jüngst um einige Tausender gesenkt: Die Preisliste beginnt in Deutschland bei 39.490 Euro, in Österreich bei 40.599 Euro.
Technisch eng verwandt mit dem Opel, aber optisch deutlich extrovertierter: Der E-308 SW (lesen Sie hier unseren Fahrbericht) bringt dieselbe Antriebstechnik mit und nutzt ebenfalls den 54-kWh-Akku. Peugeot gibt eine maximale WLTP-Reichweite von bis zu 413 Kilometern an. Der Kofferraum fasst 548 bis 1.574 Liter, damit eignet sich der E-308 SW gut für den urbanen und suburbanen Alltag.
Mit 43.435 Euro (AT: 40.400 Euro) fällt der geräumige Franzose im Basispreis hierzulande deutlicher teurer aus, als sein Bruder aus Rüsselsheim.
Der MG5 (hier geht’s zum Fahrbericht) war lange der einzige rein elektrische Kombi auf dem Markt. Auch wenn er in Deutschland nicht mehr als Neuwagen gelistet wird, ist er auf dem Gebraucht- und Vorführwagenmarkt weiterhin präsent. Der 61,1-kWh-Akku ermöglicht Reichweiten von rund 400 Kilometern nach WLTP. Der Kofferraum bietet bis zu 1.367 Liter Stauraum bei umgeklappter Rückbank.
Junge Gebrauchte mit unter 30.000 Kilometern lassen sich auf Gebrauchtwagenbörsen bereits für unter 20.000 Euro ergattern.
Hier tut sich derzeit am meisten, denn immer mehr (vorrangig deutsche) Hersteller bringen die klassische Karosserie mit reichweitenstarken Elektroantrieben in den Handel.
Schöne Kombis heißen Avant: Der Audi A6 e-tron basiert auf der neuen PPE-Plattform und ist wahlweise mit einem 75,8- oder einem 94,9-kWh-Akku (netto) konfigurierbar. Letzterer ermöglicht eine Reichweite von bis zu 720 Kilometern. Dank 800-Volt-Bordnetz gehen Ladevorgänge extrem schnell vonstatten, das Kofferraumvolumen fällt mit 502 bis 1.422 Liter leider eher enttäuschend aus.
Der Einstiegspreis beläuft sich in Deutschland auf 64.450 Euro für den kleineren und mindestens 77.250 Euro für den größeren Akku. In Österreich müssen Kunden mindestens 68.600 bzw. 81.200 Euro anlegen.
Die Münchner beweisen eindrücklich, dass Premium und Praktikabilität kein Widerspruch sein müssen. Der i5 Touring wird mit einem 81,2-kWh-Akku angeboten und ist als eDrive40 (250 kW, Heckantrieb), eDrive40 xDrive (290 kW, Allrad) oder M60 xDrive (442 kW, Allrad) erhältlich. Die WLTP-Reichweiten liegen bei bis zu 602 Kilometern. Der Kofferraum bietet zwischen 570 und 1.700 Liter, kombiniert mit klassischer BMW-Verarbeitungsqualität steht hier ein typischer Business-Kombi zur Wahl.
Los geht es aber erst bei 72.200 Euro in Deutschland und 69.852 Euro in Österreich.
Im deutsche Premium-Trio konnte bislang als einziger Mercedes den Kombi-Kunden kein Angebot unterbreiten. Doch das ändert sich in Kürze, wenn der CLA Shooting Brake in den Handel kommt.
Zunächst wird es den stylischen E-Kombi mit Heckantrieb und 200 kW Leistung (CLA 250+) sowie mit Allradantrieb und 260 kW (CLA 350 4Matic) geben. Der 250+ schafft damit Reichweiten von bis zu 761 Kilometern nach WLTP – der absolute Spitzenwerte im Segment. Der Kofferraum fasst 455 bis 1.290 Litern, ergänzt um einen Frunk mit 101 Litern.
Die Preise werden schätzungsweise bei knapp unter 60.000 Euro starten.
Der chinesische Newcomer punktet mit futuristischem Design, umfangreicher Ausstattung und einem innovativem Akkutauschsystem, für dessen Nutzung allerdings eine monatliche Batteriemiete anfällt. Nio bietet den ET5 Touring derzeit mit zwei Akkugrößen an: 75 kWh oder 100 kWh brutto, wobei der große Akku Reichweiten von bis zu 560 Kilometern nach WLTP ermöglichen soll. Insbesondere die Systemleistung von 360 kW und der Allradantrieb machen den Kombi zudem fahrdynamisch äußerst interessant.
Das schlägt sich aber auch im Preis nieder: Der Einstiegspreis in Deutschland beträgt bei Kauf des Akkus stolze 59.500 Euro für die 75-kWh-Version und 68.500 Euro für die 100-kWh-Ausführung. Entscheidet man sich für ein BaaS-Abonnement des Akkus („Battery-as-a-Service“), um die Swapping Stations nutzen zu können, so kostet der ET5 selbst „nur“ 47.500 Euro, doch es wird eine monatliche Batteriemiete von 169 respektive 289 Euro fällig.
Der erste Elektro-Kombi von Volkswagen tritt als indirekter Passat-Nachfolger auf. Die Tourer-Version nutzt wie die Limousine den Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) und kommt wahlweise mit einem 77- oder 86-kWh-Akku (netto) daher. Je nach Ausstattung sind Reichweiten von fast 700 WLTP-Kilometern möglich.
Die Preise starten bei 54.905 Euro für die Pro-Version mit 77-kWh-Akku (AT: ab 59.290 Euro). Ab 59.895 Euro (AT: 63.290 Euro) ist die die langstreckenoptimierte Pro-S-Version mit 86-kWh-Akku erhältlich. Sogar ein sportlicher GTX-Ableger mit Allrad und 250 kW Leistung ist erhältlich.
Auch in der Oberklasse kommt Bewegung in die Kombiwelt, hier allerdings mit klarem Fokus auf Performance und Design.
Dem Namen nach kein Kombi, bietet aber ein erhöhtes Platzangebot mit dennoch typischem Porsche-Anspruch: Der Taycan Sport Turismo kombiniert elektrische Sportlichkeit mit einem flachen, dynamischen Heck.
Serienmäßig ist die 89 kWh (netto 82,3 kWh) fassende Performance-Batterie an Bord. In der Performance-Battery-Plus-Variante kommt ein 105-kWh-Akku (netto 97 kWh) zum Einsatz, der WLTP-Reichweiten von bis zu 650 Kilometern ermöglicht, die Ladung erfolgt mit 18 Minuten auf 80 Prozent sehr schnell.
Der Laderaum liegt bei maximal 1.200 Litern, der Basispreis bei Schnappatmung auslösenden 103.500 Euro (AT: 106.344 Euro). Wählt man den 700 kW starken Turbo S als Sport Turismo, so werden gar über 210.000 Euro fällig.
Ein elektrischer Kombi für wohlhabende Enthusiasten mit hohem Anspruch – weniger Familien-, mehr Fahrmaschine.
Das Luxuslabel von BYD, einst in Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz entstanden, bringt mit dem Z9 GT einen elektrischen Shooting Brake auf die Straße. 5,20 Meter Länge, drei Motoren, voraussichtlich über 640 kW Motorleistung und ein exzentrisches Design irgendwo zwischen Gran Turismo und Kombi – das ist chinesischer Luxus mit europäischem Anspruch.
Die Akkukapazität dürfte bei über 100 kWh liegen, offizielle WLTP-Werte stehen jedoch noch aus. Der Europa-Start könnte zum vierten Quartal 2025 erfolgen, Preisangaben macht BYD derzeit noch nicht.
Die gute Nachricht: Elektro-Kombis holen auf. Vom kompakten Alltagshelden bis zum luxuriösen Shooting Brake gibt es mittlerweile Modelle für nahezu jeden Anspruch. Besonders im Premiumsegment hat sich seit 2024 einiges getan.
Die schlechte Nachricht: Derzeit fehlt schlichtweg noch die Modellvielfalt im Volumensegment. Wir hoffen daher auf ein breiter gefächertes Produktportfolio in den kommenden Jahren.
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