Rauchverbot ab 2035

21.07.2021

Der EAM-Podcast: Episode 021

Spätestens mit den Ankündigungen der EU-Kommission, Neuzulassungen von Fahrzeugen mit CO2-Ausstoß ab 2035 zu verbieten, dürfte jedem klar sein, dass die Elektromobilität das Mittel der Wahl zur Reduktion der Emissionen im Straßenverkehr ist. In der neuen Episode unseres Podcasts gehen wir der Frage auf den Grund, ob die Autohersteller auf das mögliche Verbot vorbereitet sind oder ob das Verbrenner-Aus möglicherweise viel zu früh kommt. Außerdem haben wir wieder viele weitere News aus der Welt der Elektromobilität vorbereitet. 

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Shownotes zur Episode 021:

Lightyear One schafft 710 km

Ein Prototyp des Solarautos Lightyear One hat auf einem abgesperrten Rundkurs mit nur einer Batterieladung ganze 710 Kilometer zurückgelegt. Der Lightyear One erzielte diese Reichweite nicht durch einen besonders großen Akku (60 kWh), sondern durch seine hohe Effizienz. Dazu zählen beispielsweise der niedrige cW-Wert von 0,20 und natürlich die Solarpanels auf der Karosserie.

Bei dem Versuch lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 85 km/h. Der Effekt der Solarpanels war jedoch relativ gering, denn während der über achtstündigen Fahrt wurden nur rund 3,5 kWh darüber nachgeladen, was etwas mehr als 400 Wh oder rund 5 Kilometer je Stunde Fahrzeit sind. Der effektive Verbrauch während der Testfahrt ist mit 8,5 kWh/100 km dennoch äußerst beeindruckend.

Der Lightyear One soll im ersten Halbjahr nächsten Jahres in Produktion gehen. Die auf 946 Exemplare limitierte Startedition “Pioneer Edition” kostet 150.000 Euro (exkl. MwSt.).

Technische Daten Lightyear One
Antrieb: 4 Radnabenmotoren, Allradantrieb
Leistung: 100 kW
0-100 km/h: < 10,0 s
Batterie: 60 kWh
Reichweite (WLTP): 725 km
Verbrauch (WLTP, ohne Klima): 8,3 kWh/100 km
Ladestandard AC: Typ 2 22 kW 3p
Ladestandard DC: CCS 60 kW
cW-Wert: 0,20
Kofferraum: 780-1.701 l
Auslieferungsstart: Sommer 2022
Preis (Pioneer Edition, DE): ab 178.500 €
Preis (Pioneer Edition, AT): ab 180.000 €
Auslieferungen des Tesla Model Y ab September

Das Model Y Maximale Reichweite wird laut Tesla-Konfigurator ab September in Deutschland (und Europa) ausgeliefert. Vorbesteller erhalten ihr Model Y voraussichtlich schon im August. Die Modelle werden aus China importiert. Der Listenpreis liegt bei 59.965 Euro in Deutschland und 57.490 Euro in Österreich.

Das Performance-Modell soll ab Anfang 2022 ausgeliefert werden und liegt bei 66.965 Euro in Deutschland und 63.490 Euro in Österreich.

Opel zeigt Skizze des Manta-e

Opel wird in Europa ab 2028 nur noch Elektrofahrzeuge verkaufen und möchte außerdem nach China expandieren. Dort sollen ebenfalls ausschließlich Elektroautos angeboten werden. Außerdem kommt der Opel Manta-e Mitte des Jahrzehnts und möglicherweise als Crossover zurück (siehe Teaserbild). Wer auf ein echtes Coupé gehofft hat, wird wohl etwas enttäuscht sein, doch haben SUVs und Crossver weltweit bessere Verkaufschancen, als Coupés.

BMW stellt E-Roller CE04 vor

Nach dem C Evolution (Vorstellung) rollt mit dem CE 04 bereits der zweite große Elektro-Roller von BMW auf die Straßen. Der CE 04 wird in zwei Leistungsstufen (23 und 31 kW) angeboten und erhält die Batteriezellen aus dem BMW iX (Fahrbericht in EAM 04/2021, Vorstellung hier online). Der Akku mit 8,9 kWh Energieinhalt soll 100 bis 130 km Reichweite ermöglichen. Die Preise beginnen in Deutschland bei 11.990 Euro für beide Varianten, in Österreich wird derzeit nur die stärkere Version ab 12.150 Euro angeboten.

Technische Daten CE 04 CE 04 L3e-A1
Antrieb: permanenterregte Synchronmaschine, Zahnriemen
Leistung (Spitze/Dauer): 31 kW/15 kW 23 kW/11 kW
0-50 km/h: 2,6 s 2,7 s
0-100 km/h: 9,1 s 9,9 s
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Batterie (brutto): 8,9 kWh
Reichweite (WMTC): 130 km 100 km
Verbrauch (WMTC): 7,7 kWh/100 km
Ladestandard AC: Typ 2 2,3 kW 1p (opt. 6,9 kW 3p)
Ladestandard DC: - -
Gewicht: 231 kg
Zuladung: 179 kg
Preis (DE): ab 11.990 €
Preis (AT): ab 12.150 € N/A
Laden wird teurer

EnBW, der Anbieter des Ladetarifs mobility+, hat zum 07. Juli die Ladepreise angepasst. Der Anbieter begründet dies mit den Kosten für den Ausbau des Schnellladenetzes. Unterm Strich wird der mobility+-Tarif jedoch nicht nur teurer, sondern auch unübersichtlicher. Während bislang der Viellader-Tarif (inkl. Hyundai- und ADAC-Sondertarifen) identisch mit dem Vorteilstarif für EnBW Strom- und Gaskund:innen war, wird dieser nun ebenfalls unterschieden.

Die Preise steigen um 6 bis 13 ct/kWh. Auch die Grundgebühr für den Vielllader-Tarif steigt um einen Euro pro Monat und rechnet sich daher erst ab 70 bis 100 kWh/Monat.

Der Ladestromanbieter EWE Go erhöht zum 01.08.2021 die Preise für das Laden an Roaming-Ladesäulen um 5 ct/kWh. Die Kilowattstunde an einer AC-Ladesäule kostet dann 44 statt 39 Cent und an einer DC-Ladesäule 54 statt 49 Cent. Der Preis für das Laden an eigenen Ladesäulen von EWE Go bleibt gleich (AC: 39 ct/kWh, DC: 49 ct/kWh). Eine Grundgebühr oder eine Blockiergebühr werden weiterhin nicht erhoben.

Auch Maingau Energie erhöht zum 01.08.2021 die Preise um 6 ct/kWh. Die Kilowattstunde AC kostet dann 44 Cent, DC 54 Cent. Es bleibt bei der Blockiergebühr von 10 ct/min nach 240 min AC- bzw. nach 60 min DC-Ladung. Kunden von Maingau Energie profitieren weiterhin von niedrigeren Ladepreisen (AC: 30 ct/kWh, DC: 40 ct/kWh).

KfW-Förderung für Wallboxen verlängert

Der Fördertopf für die KfW-Förderung 440 (Wallbox-Förderung) soll um 300 Mio. Euro aufgefüllt werden, nachdem der Topf kürzlich erschöpft war und daher keine Neu-Anträge mehr gestellt werden konnten. Die Antragsstellung soll zeitnah wieder möglich sein.

Laut der Leitstelle Elektromobilität (NOW GmbH) sind “bis zum 1.7.2021 […] rund 510.000 Anträge für rund 620.000 Ladepunkte eingegangen.”.

Die Wallboxen werden mit jeweils 900 Euro bezuschusst, müssen 11 kW Ladeleistung bereitstellen, über eine Kommunikationseinrichtung verfügen und mit Öko-Strom versorgt werden.

Verbrenner-Aus ab 2035

Die EU-Kommission plant ein Verkaufsverbot für Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2035. Ab dann dürfen nur noch Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von 0 g/km zugelassen werden. Als Zwischenschritt soll der CO2-Austoß der EU-Neuwagenflotte im Jahr 2030 um 55 Prozent niedriger liegen als im Jahr 2021. Das Jahr 2035 steht aber wohl unter einem Vorbehalt: Wenn absehbar ist, dass die Hersteller die Zielvorgaben nicht erfüllen können, könnte das Verbrenner-Aus auch verschoben oder angepasst werden. Den Vorschlägen der EU-Kommission müssen noch das Europaparlament und der Ministerrat zustimmen.

Die Autohersteller haben sich aktuell diese Ziele gesetzt:

Audi:

  • 2025:  Produktionsstart der letzten Modellreihe mit Verbrennungsmotor
  • ab 2026: alle neuen Modelle nur noch reinelektrisch
  • bis 2033: der letzte Verbrenner wird weltweit produziert
  • eine Ausnahme bildet der chinesische Markt

Volkswagen:

  • ab 2025: sinkende Margen für Verbrenner und steigende Margen für EVs
  • 2030: 70 % BEV-Anteil bei den Neuverkäufen
  • 2033-2035: kein Verkauf von Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (in Europa)

Volvo:

Jaguar Land Rover:

Renault:

  • 2030: 90 % EV-Anteil

Stellantis:

  • 2026: erwartetes Kostengleichgewicht zwischen Verbrenner und Elektroauto
  • 2030: 70 % der Neuverkäufe als LEV (“Low Emission Vehicle”), also inkl. Hybrid u. ä.

Opel:

  • 2028: Opel ist vollständig reinelektrisch

Mercedes-Benz (aktualisiert am 22.07.2021):

  • ab 2025: alle neuen Plattformen sind reinelektrisch
  • bis 2030: Mercedes möchte 100 % reinelektrische Fahreuge in bestimmten Märkten verkaufen

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