Dacia Spring (2026): Kommt wieder aus Europa und für unter 20.000 €

23.09.2026 von Marcus Zacher

Dacia stellt den neuen Spring vor

In Zeiten, in denen immer mehr Autobauer ihre Produktion aus Europa verlagern und die Preise weiter erhöhen, macht Dacia das Gegenteil. Die Renault-Tochter produziert ihren elektrischen Stadtflitzer in der zweiten Generation nicht mehr in China, sondern im slowenischen Novo Mesto – zusammen mit dem eng verwandten neuen Renault Twingo.

Zeitgemäßes Design

Optisch hat der neue Spring die vom letzten Facelift angestoßene Entwicklung abgeschlossen. Das Design ist noch kantiger geworden, trifft aber den Zeitgeist und lässt den ersten Spring, aber auch den Leapmotor T03, wortwörtlich alt aussehen. Man glaubt kaum, dass zwischen den beiden Spring-Generationen nur wenige Jahre liegen. Das Interieur wirkt ebenfalls moderner und erinnert an vielen Stellen im positiven Sinne an die jüngeren Renault-Elektromodelle.

Von anderen Fahrzeugen abheben will sich der Stromer insbesondere durch eine Vielzahl an Ablagen und Staufächern; dazu kommen ein kleiner Frunk (18 Liter, gegen Aufpreis) und ein clever unterteilter doppelter Ladeboden, damit kleinere Gepäckstücke nicht durch die Gegend fliegen. Der Kofferraum selbst fasst 245 Liter, bei umgeklappter Rückbank bis zu 1.033 Liter.

Die Kunst des Weglassens

Dennoch bleibt er genauso einfach wie der Vorgänger: Edle Materialien sucht man vergeblich, stattdessen dominieren Hartplastik und unverkleidetes Blech. Das versucht Dacia gar nicht zu verstecken, sondern betont, dass es sich hier um ein auf das Wesentliche reduziertes Pendlerauto handelt. Spartanisch ist die Basisversion deshalb aber nicht: Die Linie „Expression“ ab 17.900 Euro (Österreich: ab 17.990 Euro) bringt unter anderem eine manuelle Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn, eine Einparkhilfe hinten und LED-Scheinwerfer mit. Schnellladen per CCS fehlt hier allerdings ebenso wie der dreiphasige Bordlader – beides gibt es nur im aufpreispflichtigen Power-Paket für 500 Euro (Österreich: 590 Euro). Wer längere Strecken fährt oder auf öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen ist, sollte es unbedingt mitbestellen.

Bei den Assistenzsystemen bleibt es Dacia-typisch beim wirklich absoluten gesetzlichen Muss, jetzt neu also inklusive des verpflichtenden Geschwindigkeitswarners. Ein kleines Premium-Gimmick ist dafür geblieben: Vehicle-to-Load (V2L) steht wie schon beim Vorgänger auch dem neuen Spring zur Verfügung – allerdings ebenfalls nur im Power-Paket.

Mehr Akku, mehr Reichweite

Wenig überraschend setzt Dacia weiterhin auf eine kostengünstige LFP-Batterie. Sie ist für alle Varianten identisch und mit 27,5 kWh netto größer als beide Akkus der ersten Generation. Bei einem Verbrauch von 12,7 kWh/100 km reicht das für bis zu 250 km nach WLTP – rund 25 km mehr als bisher. Die CCS-Ladeleistung wächst von 40 auf 50 kW, laut Datenblatt sind 15 bis 80 Prozent damit in 28 Minuten erledigt. Serienmäßig lädt der Spring einphasig mit 6,6 kW, was für eine volle Ladung rund fünf Stunden bedeutet; mit dem 11-kW-Bordlader aus dem Power-Paket verkürzt sich die AC-Ladezeit auf rund drei Stunden.

Batterie- und Antriebsübersicht Dacia Spring electric 80
Leistung: 60 kW
Dauerleistung (30 min) 35 kW
Drehmoment: 175 Nm
0–100 km/h: 12,1 s
Höchstgeschw.: 130 km/h
Batterie (brutto/netto): n. v./27,5 kWh
Zellchemie LFP
Reichweite (WLTP): 246–250 km
Verbrauch/100 km (WLTP) 12,9–12,7 kWh
Ladeleistung AC: 6,6 kW, 11 kW optional
Ladeleistung DC: 50 kW optional
Ladezeit DC (15–80 %) 28 min
Preis Deutschland ab 17.900 €
Preis Österreich ab 17.990 €

Ist weniger besser?

Über der Basis steht nur eine weitere Ausstattungslinie: „Journey“ ab 19.400 Euro (Österreich: 19.690 Euro). Dafür gibt es 16-Zoll-Leichtmetallräder, schlüssellosen Zugang, eine Rückfahrkamera, einen zusätzlichen USB-C-Anschluss sowie einen 10,1-Zoll-Touchscreen mit Navigation und kabellosem Apple CarPlay bzw. Android Auto. Damit bleibt die gesamte Baureihe unter der 20.000-Euro-Marke.

Bei der Motorisierung hat die Marke die Auswahl dagegen gestrichen: Beide Linien fahren mit 60 kW und 175 Nm. Bäume reißt auch der neue Spring damit keine aus – von 0 auf 100 km/h vergehen 12,1 Sekunden, bei 130 km/h ist Schluss. Das Leergewicht liegt bei 1.287 kg.

Beim Vorgänger war zum Schluss sogar eine 75 kW starke Variante erhältlich, und schon dessen Basismotor lag mit 52 kW kaum unter dem neuen Modell. Etwas mehr hätte es also sein dürfen – für Stadt und Landstraße reicht die Leistung aber allemal.

Abmessungen und Gewichte Dacia Spring electric 80 (2026)
Länge: 3,855 m
Breite (ohne Spiegel): 1,953 m
Breite (mit Spiegel): 2,151 m
Höhe: 1,519 m
Radstand: 2,492 m
Wendekreis: 9,9 m
Kofferraum: 245–1.033 l
Frunk: 18 l (optional)
Leergewicht: 1.287 kg
Anhängelast: —
Stützlast: —
Dachlast: —

Fazit: An wichtigen Punkten nachgeschärft

Mit dem neuen Spring macht Dacia da weiter, wo die Marke beim Vorgänger aufgehört hat: bei einem unkomplizierten Stadtflitzer. Dieser hat an den richtigen Stellen nachgelegt und ist so zu einem deutlich erwachseneren Auto geworden. Wer in Zeiten von rund 2,30 Euro für den Liter Super und fast 2,50 Euro für Diesel einfach nur bezahlbar zur Arbeit kommen will, sollte bei den Rumänen nach guten Leasingangeboten Ausschau halten. Mehr als einen soliden Zweitwagen darf man vom Spring aber nicht erwarten – dafür fallen die Motorleistung und das Reichweitenplus zu gering aus.

Bestellbar ist der neue Spring bereits; die ersten Auslieferungen sind für Dezember 2026 geplant.

Fotos: Dacia

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