Citroën Ami Buggy im Fahrbericht

03.12.2025 von Marcus Zacher

Strandmobil für unter 10.000 Euro

Es gibt wenige Fahrzeuge, die den Minimalismus so deutlich zelebrieren, wie der Citroën Ami. In der Buggy-Version treibt der kleine Franzose dieses Credo auf die Spitze.

Eigentlich wollte Citroën vom Buggy (hier das 2021er Konzeptfahrzeug) nur eine limitierte Sonderserie verkaufen. Doch die war in Frankreich schneller vergriffen, als man Champs-Élysées aussprechen kann. Also entschieden sich die Markenoberen für eine zweite Auflage. Auch die ging weg wie geschnitten Baguette.

Nun bekam das Basisfahrzeug, das Leichtfahrzeug Ami, Ende letzten Jahres ein Update verpasst, das vor allem dem Design zugutekam. In diesem Zuge wurde auch die besonders robust daherkommende Buggy-Version neu aufgelegt und fand zudem ihren Weg in die Konfiguratoren der Citroën-Homepages außerhalb Frankreichs.

Wir nutzten am Rande einer Fahrveranstaltung die Chance, eine Runde mit dem kleinen Elektro-Puristiker zu drehen.

Ein Stromer für 15-jährige

Weniger geht wohl kaum. Schon das Basisfahrzeug, der normale Ami, ist von schlichter Machart. Alles was nach Plastik aussieht, ist es in der Regel auch. Ein kleines 48-Volt-Elektromotörchen – eigentlich der Hilfsantrieb aus einem Mildhybrid – treibt mit bescheidenen 6 kW den als L6e-Fahrzeug eingestuften und daher nur 470 Kilogramm leichten Ami an.

Diese Klassifizierung beschränkt per se die Höchstgeschwindigkeit auf wenig praxistaugliche 45 km/h, erlaubt es anderseits aber auch schon 15 Lenze zählenden Personen mit Moped-Führschein nebst Passagier den Ami durch die Stadt oder eben die Dorfstraße zu bewegen. Und das geschützt vor Wind und Wetter – zumindest, solange man nicht zur Sonnenversion greift.

Was ist beim Buggy anders?

Denn bei dieser ersetzen zwei (gegenläufige) Stahlbügel die gleichteiligen (und daher ebenfalls einmal vorne und hinten angeschlagenen) Türen. Das feste Plastikdach wird durch ein manuelles Rolldach ersetzt. Dazu findet sich ein Heckspoiler am Heck, den man womöglich dazu nutzen kann, den Ami aus dem Schlamm zu ziehen, falls man einmal die bescheidenen Offroadfähigkeiten überschätzt.

Das dampfstrahlerfreundliche Interieur lässt sich mit ein paar Zubehörteilen ein wenig aufpeppen, im Testwagen diente eine Art Bauchtasche auf dem (airbaglosen) Lenkrad als Stauraum für wetterempfindliche Utensilien, zudem leistete uns ein kleines Männlein auf dem Armaturenbrett Gesellschaft.

Sympathieträger und Detox-Mobil

Doch ungeachtet des Komfortniveaus, das dem eines einfachen Mopeds in nichts nachsteht, sorgt der Buggy bei Sonnenschein für gute Laune. Das gilt nicht nur für den Fahrer, sondern auch für die Passanten, die dem Knirps ein wenig ungläubig hinterherblicken. Ja, der Federungskomfort ist bestenfalls rustikal, die Lenkung schwergängig und der surrende Antrieb zieht nicht einmal eine ganz dünne Wurstscheibe vom Brot, doch gerade in dieser Einfachheit liegt der Reiz. Digital-Detox in Reinform.

Nun hatten wir freilich auch Glück, dass das Wetter uns im mallorquinischen Herbst hold war. Und natürlich ändert sich der selbstbewusste Gesichtsausdruck, sobald man sich auf Straßen begibt, auf denen deutlich schneller als 50 km/h gefahren wird.

Insofern beschränkt sich der sinnvolle Einsatzbereich auf enge Dorfstraßen in sonnenreichen Regionen, auf weiträumige Ferienressorts oder eben den zum Strand führenden Schotterweg. Dort allerdings steigt der Fahrspaß jedoch exponentiell.

Zwei Türen kosten -1.600 Euro

Die Buggy-Version steht für 9.590 Euro in der Liste – kein Schnäppchen für ein Leichtfahrzeug ohne nennenswerten Komfort und fehlender Ganzjahrestauglichkeit. Wer sich für den „normalen“ Ami entscheidet, bekommt nicht nur zwei richtige Türen und ein festes Dach dazu, sondern spart sich auch noch 1.600 Euro.

Doch den Ami Buggy wird man wohl sowieso nur selten zwischen Ost- und Bodensee antreffen. In den Mittelmeer-Regionen von Riviera bis Costa del Sol dürften die Chancen hingegen ungleich höher sein.

Fazit: Image-Botschafter der Leichtfahrzeuge

Charme hat das kleine Spaßmobil, keine Frage. Der Ami Buggy wird jedoch (zumindest in Mitteleuropa) eine Randerscheinung bleiben, dafür sorgen schon der hohe Preis sowie der eingeschränkte Nutzwert. Als Sympathieträger für das immer noch ein Nischendasein fristende Segment der Leichtfahrzeuge taugt der derzeit kleinste Citroën jedoch allemal.

Fotos: M. Zacher

Bildergalerie Citroën Ami Buggy

Technische Daten Citroën Ami Buggy
Fahrzeugklasse: Leichtfahrzeug (L6e)
Karosserie: Buggy
Sitze/Türen: 2/2
ANTRIEB
Antriebsart: Vorderradantrieb
Leistung: 6 kW
Drehmoment: 40 Nm
BATTERIE & LADESTANDARD
Spannungsklasse: 48 V
Zellchemie: Li-Ionen
Energieinhalt: 5,4 kWh
Ladeleistung AC: 2,3 kW
Ladeleistung DC:
Ladezeit AC: 4 h (0–100 %)
Ladezeit DC:
FAHRLEISTUNGEN
Höchstgeschw.: 45 km/h
0–45 km/h: N/A
REICHWEITE & VERBRAUCH
Reichweite (WMTC): 75 km
Verbrauch (WMTC): 8 kWh/100 km
ABMESSUNGEN & GEWICHT
L x B (exkl. Spiegel) x H: 2,460 m x 1,390 m x 1,525 m
Breite (inkl. Spiegel): 1,541 m
Radstand: 1,728 m
Gepäckraum: 63 l
Leergewicht: 470 kg
Zuladung: 230 kg
PREIS & VERFÜGBARKEIT
Verfügbarkeit: bestellbar
Preis DE: ab 9.590 €
Preis AT: ab 9.590 €

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