Audi A2 e-tron (2026): Akku statt Alu – das Comeback des Sparwunders

04.08.2026 von Thomas Geiger

Bis zu 649 km Reichweite: Der A2 kehrt als Effizienz-Champion zurück

Vor über 25 Jahren war der A2 das teuerste Sparwunder der Republik – jetzt schickt Audi die Ikone als Elektroauto zurück ins Rennen. Statt auf teures Aluminium setzt der Stromer diesmal auf ausgefeilte Aerodynamik und liefert Rekordwerte: Bis zu 649 Kilometer Reichweite sollen möglich sein. Wir sind den Prototypen schon gefahren.

Gut 20 Jahre nach dem Auslaufen des Originals bringt Audi den A2 zurück, um die Hürde ins Elektrozeitalter zu senken. Noch vor dem Jahresende soll er in den Handel kommen, der Einstieg liegt bei 38.200 Euro. Das sind immerhin rund 9.000 Euro weniger als beim Q4 e-tron.

Aerodynamik statt Aluminium

Während die Ingenieure damals auf Aluminium und Magnesium setzten, ist Leichtbau diesmal kein großes Thema. Dafür machen sie sich wie beim Original wieder eine ausgefeilte Aerodynamik zunutze. Der A2 der Neuzeit trägt deshalb eine ganz ähnliche Silhouette: Stupsnase, eingezogenes Heck, eine stark gerundete Kehrseite mit Spoiler quer über der Scheibe.

Dazu kommt jede Menge Feinschliff am Unterboden und im Radhaus. Das zahlt sich aus: Obwohl der A2 jetzt auf 18-Zoll-Rädern statt auf 14 Zoll steht und deutlich breitere Reifen trägt, sinkt der cW-Wert noch einmal – von 0,25 beim einstigen 3-Liter-Auto auf 0,24. Für einen Kompaktwagen ist das ein Spitzenwert.

Feiner Vetter des VW ID.3

Vergleichbar mit früher ist einmal mehr die Nähe zum Mutterhaus – nur teilt sich der neue A2 die Technik nicht mehr mit dem kleinsten VW, sondern steigt eine Klasse auf. Statt zur Familie von ID. Polo oder Škoda Epiq wird er nun zum edlen Vetter des VW ID.3 Neo.

Damit erhält er auch die optimierten Batteriezellen und die effizienteren E-Motoren. Das drückt den Normverbrauch im besten Fall auf 12,8 kWh/100 km. Wer den Prototypen bei der ersten Ausfahrt mit eiserner Disziplin bewegt, kommt sogar auf 12,3 kWh – wenngleich der Fahrspaß dann arg leidet.

Vom Spardiesel zum Ampelsportler

Dabei ist genau das einer der großen Unterschiede zum Verbrenner-Vorgänger. Ja, mit maximal 160 km/h ist auch der neue A2 kein Rennwagen und zuckelt in der gehobenen Kompaktklasse hinterher. Doch wo früher die Spardiesel nervig nagelten, herrscht jetzt himmlische Ruhe. Und zumindest beim Anfahren ist der A2 heute – dem sofort verfügbaren Drehmoment der E-Maschine sei Dank – fast schon sportlich. Wer die Effizienz kurz ausblendet, hat beim Ampelsprint richtig Spaß.

Erwachsen geworden: Platz wie im Q4 e-tron

Der zweite große Unterschied zwischen Alt und Neu ist das Platzangebot. Weil der A2 vom Kleinwagen in die Kompaktklasse aufsteigt, bietet er deutlich mehr Raum. Kein Wunder – der Radstand misst 2,77 Meter, exakt so viel wie beim Q4 e-tron. In der Länge bleibt er mit 4,30 Metern zwar 30 Zentimeter kürzer als der große Bruder, überragt das Original aber immer noch um einen halben Meter. Und wo der erste A2 ein Schmalhans von 1,67 Metern war, macht sich der Nachfolger mit 1,92 Metern deutlich breiter.

Abmessungen und Gewichte Audi A2 e-tron (2026)
Länge: 4,30 m
Breite (ohne Spiegel): 1,92 m
Höhe: n. v.
Radstand: 2,77 m
cW-Wert: 0,24

Erwachsen geworden: Platz wie im Q4 e-tron

Er wirkt deshalb nicht nur von außen erwachsen, sondern gibt auch innen eine solide Familienkutsche ab – mit reichlich Platz in der ersten Reihe und genügend Beinfreiheit für zwei Erwachsene im Fond. Nur zu Kofferraum und einem möglichen Frunk schweigen die Herren der Ringe noch. Dafür zeigt die Fahrt im Prototypen: Audi will lieber Premium bieten als kleingerechnete Preise. An der Ausstattung wurde entsprechend nicht gespart – Head-up-Display, Ladeschalen mit MagSafe-Anschluss, intelligenter Tempomat und eine Rekuperation mit Weitblick sind immer an Bord.

Vier Motoren und drei Akkus

Die Motorenpalette hat Audi inzwischen offiziell umrissen: Vier Leistungsstufen mit 125, 140, 170 und 240 kW stehen zur Wahl. Dazu nennt der Hersteller einen Normverbrauch von 12,8 bis 14,9 kWh/100 km.

Die Energie liefern drei 400-Volt-Akkus mit 50, 58 oder 79 kWh, die zumindest in den kleineren Modellen nur mit einer mageren Maximalleistung von 105 kW geladen werden können. Macht nichts: So effizient, wie der A2 sein will, muss er ohnehin nicht oft an die Leine. Die WLTP-Reichweite reicht bestenfalls bis 649 Kilometer. Und selbst bei der zurückhaltenden Erprobungsfahrt weist der Bordcomputer für den mittleren Akku noch knapp 500 Kilometer aus.

Audi A2 e-tron: denkbares Batterie- und Antriebsprogramm

So könnte das Antriebsportfolio des Audi A2 e-tron aussehen. Als Basis dienen die Angaben des Cupra Born und des VW ID.3 Neo. Die Preise sind Schätzwerte.

125 kW 140 kW 170 kW 240 kW
Drehmoment: 350 Nm 350 Nm 350 Nm 545 Nm
0–100 km/h: ca. 9 s ca. 8 s ca. 7 s ca. 6 s
Höchstgeschw.: 160 km/h 160 km/h 160 km/h 160 km/h
Batterie (netto): 50 kWh 58 kWh 79 kWh 79 kWh
Zellchemie: LFP LFP NMC NMC
Reichweite (WLTP): ca. 430 km ca. 500 km ca. 630 km max. 649 km
Verbrauch/100 km (WLTP): ca. 13,0 kWh 15,6–12,8 kWh ca. 14,9 kWh n. v.
Ladeleistung AC: 11 kW 11 kW 11 kW 11 kW
Ladeleistung DC: 105 kW 105 kW 183 kW 183 kW
Ladezeit DC (10–80 %): 26 min 26 min 29 min 29 min
Preis DE: ab 38.200 € ab ca. 44.000 € ab ca. 50.000 € ab ca. 53.000 €
Preis AT: ab ca. 39.000 € ab ca. 45.000 € ab ca. 51.000 € ab ca. 54.000 €

Audi hin, Audi her – eines wird es vorerst nicht geben: Bis zum Debüt des TT-Nachfolgers bleibt der A2 das einzige Modell aus Ingolstadt, das nur mit Heckantrieb vorfährt. Wer in die Annalen schaut, findet auch darin eine Parallele zum Original – nur dass damals die Vorderräder angetrieben wurden.

Fazit: Der edlere ID.3 mit Effizienz-Plus

Mit dem A2 e-tron holt Audi das Maximum aus der mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen MEB-Plattform heraus und zeigt, was in puncto Effizienz noch möglich ist. Ob das den Kunden den Premium-Aufschlag wert ist, wird sich zeigen. Zumindest hat er abermals das Zeug, zur Ikone der Knauserigkeit aufzusteigen.

Fotos: Audi

Update (04.08.2026): Technische Datn aktualisiert

Die technischen Daten für die Variante mit 140 kW wurden ergänzt (Normverbrauch) bzw. korrigiert (Zellchemie).

  1. Björn Heinze sagt:

    Sieht zwar gut aus,aber lieber als Verbrenner oder wenigstens mit wesentlich mehr Reichweite und wesentlich kürzere Ladezeiten , dennoch als Zweitwagen für die Stadt,wenn auch die Ausstattung zu diesen Preisen passt, durchaus denkbar

  2. Erwin Nüsser sagt:

    Kleiner Audi mit großem Preis. Wen wundert´s das die meisten mittlerweile Chinesische Autos kaufen.

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