Die schicke Alternative

Das DIAVELO E-Xite 1250 Sport. Ein E-Bike auf der Höhe der Zeit.

Mit seinem In-Frame Akku, dem eleganten Knick im Oberrohr und dem mattschwarzen Alu-Rahmen mit Karbon-Optik Anleihen ist es ein typischer Vertreter der Gattung Trekkingbike des Modelljahres 2017.

Ein Mainstream-Produkt also? - Ja.
Eines von Vielen? - Nein. Den entscheidenden Unterschied zur Konkur-renz birgt das Herz eines jeden E-Bikes, also sein Motor. Der Partner dieses „aus der Reihe Tanzens“ heißt Bafang und ist Chinese mit europäischem Qualitätsanspruch und vielleicht der größten Erfahrung bei Bike-Antrieben weltweit. Was veranlasst die Leute von DIAVELO, Bosch und Konsorten zu entsagen und sich ungezwungen in die Niederungen anstrengender Verkaufsargumentationen zu begeben? Schließlich weiß der Kunde, was er an Bosch hat oder eben auch an Brose, Shimano, Yamaha oder Panasonic.

Der Antrieb
Was den Antrieb betrifft, fällt unser Fazit nach Testfahrten über 150 Kilometer mit unterschiedlichsten Streckenprofilen positiv aus: Die Bafang-Maschine ist eine gute Wahl. Uns überzeugte der unauffällige, aber starke Unterstützer mit dem BSA- Wellenende. Er ist leiser als manche seiner Kollegen und lässt allenfalls ein leises „Schnorcheln“ vernehmen, das viel unaufgeregter klingt als das ansonsten oft vorherrschende, angestrengte Singen unter Last.

 

Der Motor setzt etwas zurückhaltend ein. Eine Sache der Ansteuerung, bei der vermutlich das Motto: „Safety first“ gegolten hat. Aber was bei einem Mountainbike ein klarer Nachteil wäre, macht sich beim Trekkingrad bezahlt, in Form von Reichweite nämlich. Diese Art der Ansteuerung kappt die Stromspitze beim Anfahren und kommt somit dem Aktionsradius zugute. Das „Aussteigen“ des Motors bei 25 km/h ist spürbar, verläuft aber relativ sanft und ohne Motorwiderstand darüber.       

Die Batterie
Der Akku stammt von der Firma Protanium aus Dänemark, dem Hersteller, der nach eigenen Angaben als erster Lithium-Akkus in E-Bikes einsetzte. Der Speicher macht denn auch einen guten Eindruck, er ist nach kurzer Eingewöhnung leicht zu entnehmen und einzusetzen, dabei handlich und relativ leicht. Sein Energiegehalt beträgt eher durch-schnittliche, aber in der Praxis völlig ausreichende 418 Wattstunden. Das Einschalt-Prozedere beginnt mit der Akku-Aktivierung, eine LED am Akku zeigt den Betriebszustand an, danach wird das Bedienelement eingeschaltet. Die Deaktivierung erfolgt umgekehrt. Nur, ob die eine LED leuchtet oder nicht, ist zumindest bei Sonnenschein schwierig festzustellen, ein kleines, aber mitunter nervendes Manko. Die Auflade-Zeit von 50 bis 100% betrug ca. 4 Stunden, was etwas lange erscheint, jedoch nicht besonders stört, da es für ein gutes und schonendes Zellen-Balancing spricht. Die Ausschaltzeit (Stand-by Modus) kann individuell eingestellt  werden, ebenso wie die Anzeigen im Display, die Aktivierung des Lichts und die Display-Hintergrundbeleuchtung.


Der Fahreindruck       
Ansonsten gab es viel Licht und wenig Schatten. Mit anderen Worten, das Produkt genügt allen gestellten Anforderungen. Die Sitzposition ist -für ein Trekking-Rad typisch - leicht sportlich, aber entspannt, für den  Komfort auf längeren Strecken sorgen die gut ansprechende Federgabel im Verein mit den Flossengriffen und einer ausreichenden Rahmen-dämpfung. Wer es angesichts des recht straff, jedoch nicht unbequem ausgelegten Fahrwerks noch etwas kommoder haben möchte, dem sei die Nachrüstung mit einer gedämpften Sattelstütze empfohlen.

Das Fahrverhalten ist gut und unauffällig, das Bike fährt sich bei allen Geschwindigkeiten spurtreu und ist auch in leichtem Gelände souverän unterwegs und jederzeit leicht beherrschbar.
Diese Eigenschaften gehen aber etwas auf Kosten von Wendigkeit und Agilität. Dafür vermittelt die Auslegung immer ein Gefühl von Sicherheit, das von der gut ansprechenden Federgabel und den zupackenden, jedoch nicht nervösen Bremsen unterstützt wird und so ein durchweg harmonisches Gesamtbild ergibt.

Die Kettenschaltung hält immer die richtige Übersetzung parat. Sogar kurze Steigungen mit weit über 15% Steilheit wurden in absolut entspannter Manier bewältigt.

Die längste von uns absolvierte Einzelfahrstrecke betrug ca. 50 Kilome-ter, danach zeigte das Display noch eine Restreichweite von ca. 60%. Somit dürften 100 Km mit einer Batterieladung praktisch immer möglich sein.


Die Ausstattung  
Die Komponenten sind der Grundcharakteristik des Bikes angemessen. Es gibt sicher schönere Displays am Markt, aber es erfüllt alle Anforder-ungen an die Sichtbarkeit und wuchtet dabei nicht zu stark auf. Die Einstellungs-und Infomöglichkeiten sind vielfältig. An der Qualität der Shimano XT Schaltung besteht kein Zweifel, auch wenn sich bei unserem Testrad die Gänge ziemlich krachend anmeldeten, was durch eine Nacheinstellung problemlos beseitigt werden kann.
Ärgerlich, wie bei vielen Bikes: Die Sattelklemmung hält nicht richtig und musste mehrmals nachgezogen werden. Dann statt eines Schnell-Verschlusses lieber gleich eine Schraubklemmung.
Gut die Möglichkeit, Packtaschen anzubringen und trotzdem noch die Federklappe des Gepäckträgers nutzen zu können. Die hochwertige Parkstütze vermittelt einen stabilen Stand.
Die Verarbeitung macht durchwegs einen sauberen und wertigen Eindruck.

Der optische Eindruck
Das Bike vermittelt ein Bild gediegener Eleganz, mehr als das sportlicher Agilität, was wiederum gut zum Fahreindruck passt. Die Kabel verschwinden zum Großteil im Rahmen, diese Aufgeräumtheit unterstützt das optische Bild der Rahmenkonstruktion.

Das E-Xite 1250 Sport ist in seiner stylischen und wertigen Erscheinung ein echter „Hingucker“. Der doch recht groß-flächig geratene DIAVELO-Schriftzug konterkariert dagegen etwas das gediegene Gesamtbild, ihn wünschten wir uns etwas dezenter.


Unser Fazit
Ein gutes und modernes Bike mit edler Anmutung und ohne große Schwächen. Dabei überwiegt der Komfort-Aspekt gegenüber der Sportlichkeit.
Für ca.3.000 € kein „Schnäppchen“, aber auch nicht überteuert, die vergleichbare Konkurrenz liegt bei ähnlicher Ausstattung ebenfalls in dieser Preisregion.

Aufgrund der ausgewogenen Rahmengeometrie, des gutmütigen Fahrverhaltens und der soliden Ausstattung ist das Bike unserer Meinung nach auch gut für den Einsatz im Verleih geeignet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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